Warum wir tanzen

Hirnforscher vermuten, dass wir evolutionäre Vorteile haben, weil wir tanzen.

Tanz - Logo

Ratten stehen nicht unbedingt im Ruf, besonders gehorsame Wesen zu sein. Aber setzt man ihnen eine kleine Apparatur auf den Kopf, die ihre Neuronen stimuliert, werden sie so fügsam wie junge Tänzer im Ballettsaal. Senden Wissenschaftler elektronisch einen Befehl aus, erregt dieser ein bestimmtes Hirnareal, und die Ratte läuft nach rechts. Freiwillig, denn für Nach-rechts-Laufen schüttet das Hirn winzige Glückshormone aus: «So ist gut, rechts ist gut», sagt es.

Stimuliert die Apparatur eine andere Region, läuft die Ratte nach links, weil sie glaubt, dies sei nun der richtige Weg, der sie belohnen wird. Das Perfide an dem Versuch ist, dass für die Ratte die Steuerung wirkt, als beruhe ihre Bewegung auf der freien Entscheidung, sich genau dorthin zu bewegen, wohin sie will.

Sie merkt nicht, dass sie gelenkt wird. Die Stimulation ihres Hirns fühlt sich immer gleich an, egal, ob sie von außen kommt, oder ob sie das Resultat eigener Vorlieben, Gewohnheiten oder einer spontanen Entscheidung ist. Wie frei sind wir wirklich? Diese Frage befeuert die Hirnforschung, seitdem sie existiert.

 Dabei spielt für Hirnforscher der Tanz als scheinbar freieste Bewegung eine zunehmend zentrale Rolle. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2010
Rubrik: Ideen, Seite 62
von Anke Eule

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ai Weiwei

Ai Weiwei, sein erstes Ballett

So sorry. Tschuldigung. Diese kostbare Vase aus der chinesischen Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) hat er einfach fallen lassen: Ai Weiwei. Auch nimmt der chinesische Baumeister gern Möbel aus der Ming-Zeit (1368–1644) auseinander und fügt sie zu völlig neuen Kunstgebilden zusammen. Im Moment hängt gerade der Himmel über dem...

Spanien

María Muñoz und Pep Remis sind Mal Pelo. Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen erhielt die für ihren schwermütigen, hoch musikalischen Tanzstil bekannte Kompanie aus Barcelona den Tanzpreis des spanischen Kulturministers.

Flamenco

In London ist einmal im Jahr Flamenco-Olympiade. Die besten Tänzerinnen heißen dort nach wie vor Eva Yerbabuena und María Pagés, dicht gefolgt von Rafaela Carrasco und dem Nuevo Ballet Español. So hoch liegt die Latte für das Highlight danach: die Gala am Ende des «Flamenco Festival London 2010» (13.–27. Februar) am Sadler's Wells Theatre: Hier tritt Belén López...