vladimir malakhov

Seinen Abgang als Intendant des Berliner Staatsballetts hat er sich anders vorgestellt. Trotzdem hinterlässt er ein Vermächtnis an der Spree – und schaut ansonsten voller Elan nach vorn. Ein Abschiedsgespräch mit Hartmut Regitz

Was macht einen zum Ukrainer? Der Ort der Geburt oder die Nationalität der Eltern? Vladimir Malakhov ist sich da nicht so sicher. Er selbst wird zwar am 7. Januar 1968 im ukrainischen Kriwoi Rog geboren. Aber sein Vater ist Russe, und dessen Sprache dominiert den Alltag. «Natürlich habe ich in der Schule auch Ukrainisch gelernt, und wenn meine Mama mit mir in ihrer Muttersprache redet, verstehe ich sie gut genug. Ebenso meine Patentante, die kein Wort Russisch kann.

Aber bin ich deswegen ihr Landsmann? Einen Großteil meiner Jugend habe ich in Moskau verbracht; ich war die meiste Zeit im Ausland und spreche deshalb so, wie mir inzwischen der Schnabel gewachsen ist.»

Der Unterschied zwischen Ukrainisch und Russisch ist ohnehin nicht so krass. Malakhov vergleicht ihn mit dem zwischen Italienisch und Spanisch: «Einige Wörter haben die gleichen Wurzeln, werden aber wie ‹grazie› oder ‹gracias› unterschiedlich ausgesprochen.

Andere dagegen lassen keine Gemeinsamkeit erkennen: Ein Italiener würde ‹stanco› sagen, wenn er sich müde fühlt, ein Spanier eher ‹cansado›.» Ähnlich verhielte es sich auch mit dem Polnischen, dem das Ukrainische seiner Meinung nach mehr ähnelt. «Zwischen Polen und ...

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Tanz Juni 2014
Rubrik: menschen, Seite 18
von Hartmut Regitz

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