virve sutinen

Punk und Pop und Pirouetten – die Finnin, die zwei Jahre lang «Tanz im August» kuratiert, kennt keine Berührungsängste. Programmatisch bedeutet das: ästhetische Achterbahnfahrt

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Die Finnin Virve Sutinen nennt sich ein «Sommerkind». Warum sie denn nicht nach Südfrankreich gehe, werde sie gelegentlich gefragt. Montpellier kann ja noch kommen. Jetzt kuratiert Sutinen erst einmal zwei Ausgaben von «Tanz im August» für das Berliner Theaterkombinat Hebbel am Ufer. So lange die öffentliche Finanzierung zugesichert ist. «Ich arbeite mich langsam nach Süden vor, jetzt bin ich schon mal auf dem Kontinent», scherzt sie bei unserem Gespräch, mit ansteckendem Lachen und sympathischer Selbstironie.

Verabredet sind wir im Schwarzen Café am Berliner Savignyplatz, einem Künstlertreff, der seine Anarcho-Anfänge hinter gediegener Bürgerlichkeit verbirgt. Das Café gibt es seit 1978. Damals erlebte Virve Sutinen in Helsinki ihre entscheidenden Jugendjahre, und die waren so wild wie die Nächte im Schwarzen Café. Sie war Punk, mischte bei den Hausbesetzern mit und gehörte zur ersten Generation von Clubkids in Finnland. 1979 zog sie nach London und 1982 nach San Francisco, wo sie einen Gig des Rappers Grandmaster Flash miterlebte – für sie der Beginn der Verbindung von Punk und Hip-Hop zu einer urbanen Kultur des Empowerment. Eine Verbindung, die sie seither begleitet.

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Tanz August/September 2014
Rubrik: menschen, Seite 42
von Elena Philipp

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