Veränderung

Das Tanztheater Wuppertal Pina Pausch setzt unter neuer Leitung auf partizipative Projekte.

Das Licht geht aus, und Taiwo Badmus hat ihren ersten großen Auftritt. Die 15-jährige Wuppertalerin trägt legere Sportkleidung, schnappt sich eine Decke, spaziert einmal quer über die Bühne, verkriecht sich unter dem Stoff und verschwindet für die nächsten Minuten. So beginnt «Veränderung», das gemeinsame Projekt der neunten Klassen der Gesamtschule Barmen mit dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, das Anfang Februar in Wuppertal zu sehen war. Und -siehe da: Wenn Pina Bausch auf Jugend trifft, kann dabei auch etwas anderes herauskommen.

«tanz, tanz ...

»

Dieses Andere hat Adolphe Binder, die neue künstlerische Leiterin der Kompanie, zu einer Säule ihres Programms gemacht. Unter dem Markendach «tanz, tanz ...» probiert sie neue partizipative Formate aus, um das Tanztheater stärker in der Wuppertaler Stadtgesellschaft zu verankern. Das Ziel für diese Spielzeit: 350 Teilnehmer, vor allem Schülerinnen und Schüler zwischen elf und 18 Jahren, die mit den Tänzerinnen und Tänzern der Kompanie in einen Dialog treten sollen. Dazu gibt es drei Reihen: das vierwöchige Kompaktprojekt, das mit «Veränderung» bereits abgeschlossen ist, ein jeweils mehrwöchiges Angebot für Schulklassen in den ...

kochen mit den pina-bausch-fellows

Die Stipendiaten des «Pina Bausch Fellowship for Dance and Choreography» bitten öffentlich zu Tisch. Dabei müssen auch die Gäste zu Messer und Brettchen greifen. Die vier neuen Gesichter, die mit dem Stipendienprogramm von Pina Bausch Foundation und Kunststiftung NRW 2018 in die Welt ziehen, präsentieren sich in einem alten Wuppertaler Bahnhof beim Suppekochen und -löffeln. Die Jury (Enrique Rivera, Shantala Shivalingappa, Eun-Me Ahn) hat sich unter 126 Bewerbern aus 40 Ländern für Alexandre Achour, Scott Elstermann, Marie-Lena -Kaiser und Kareth Schaffer entschieden.

Beim Gemüse-Schnippeln plaudern die jungen Fellows – Kandidaten zwischen 19 und 65 Jahren haben eine Chance – über ihre Pläne. Jeder hat das Rezept seiner Lieblingssuppe mitgebracht. Der Tänzer und Choreograf Scott Elstermann erzählt über dem Schälen von Süßkartoffeln für eine Chunky Sweet Potato Soup, dass er mit Mentorin Marina Mascarell Martinez zu deren europaweiten Produktionen reisen wird. Der Australier möchte Einblicke in die aktuelle Tanzszene und Produktionsabläufe gewinnen, um sich als Tänzer weiterzuentwickeln. Alexandre Achour (Chinese Vegetable Soup) zieht es dagegen ...

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Tanz April 2018
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Torben Ibs

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Nachrichten 4/18

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