va wölfl

Setzen wir uns auseinander, nicht zusammen, sagt der Macher von Neuer Tanz. Die Kompanie tritt jetzt in Paris auf.

Bitte nach hinten durchgehen →. Wer mit dem Bus in den Düsseldorfer Stadtteil Benrath fährt, der wird per Aufkleber ermahnt, dass einfach nur Einsteigen nicht reicht, um ordentlich vorwärts zu kommen. Die Werbung daneben findet: «Immer nur geradeaus, wäre doch langweilig.» Man denkt, so ist das Leben. Nicht nur der Gleisbau, der gemeint ist. Auch VA Wölfl, der hier im Marstall des Schlosses Benrath residiert, entzieht sich dem geradeausmäßigen Verstehen. Das ist seine Stärke. Er spielt ganze Opern auf der Klaviatur der Widersprüche. Wirft «Finten» ins Korn.

Er macht keine Schlaumeierkunst, dafür ist er zu schlau. Dafür betreibt er die «Arbeit am Schlechten» als Perfektionist. Man kann sich kaputtlachen in Performances von Neuer Tanz, ergriffen sein, betäubt von Lärm und Längen, berauscht vom Insistieren und Wiederholen, kann Altes neu entdecken, Neues alt finden, kann sich viel denken oder einfach gucken. Gucken: Das Wort gehört eigentlich nach Wuppertal in die «Pina-Sphäre», doch so weit sind die Galaxien des Künstlers ohne öffentlichen Vornamen und die Künstlerin mit dem allzu öffentlichen Vornamen gar nicht voneinander entfernt.

Ihre Biografien kreuzten sich an der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2011
Rubrik: menschen, Seite 27
von Melanie Suchy

Vergriffen
Weitere Beiträge
lieber im flur

«Ich bin ganz müde, ich kann nicht mehr», sagt Momo. Seit fast einer Stunde wartet er mit umgehängter E-Gitarre auf seinen Auftritt. Eigentlich ist klar, vor sieben Uhr wird niemand kommen. Er könnte sich also zu den anderen auf den Boden setzen. Aber er ist viel zu aufgeregt, genauso wie Ibo, der vor der Hammondorgel steht, immer mal wieder dröhnend auf die Tasten...

london: javier de frutos pet shop boys

Das ist schon unglaublich: Die Schmusepopper Pet Shop Boys verbinden sich mit Londons Skandalchoreografen Javier De Frutos. Sie lassen sich ein Märchen von Hans Chris­tian Andersen, «Das Unglaublichste», vom gefeierten Regisseur Matthew Dunster einrichten und holen den früheren Royal-Ballet-Star Ivan Putrov als tänzerisches Zugpferd. Und nennen die Produktion dann...

zeitsprünge

­Royston Maldoom prophezeite: «Ihr tretet eine Lawine los.» Gregor Zöllig und sein Team traten die Lawine los. Der Starchoreograf der Community-Dance-Bewegung war auch Taufpate des ersten «Zeitsprung»-Projekts des Tanztheaters Bielefeld. Gregor Zöllig hatte ihn als Coach engagiert. Der Brite sollte ihm und seinem Team erklären, wie so etwas geht: ein Tanzprojekt...