plagiate

In der Kunst wird seit Urzeiten abgekupfert. Auch im Tanz passiert das, doch anders als in Literatur oder Popmusik scheuen Choreografen den Gang vors Gericht. Warum ist das so?

Wer eine Kunstschule besucht, lernt es von der Pike auf: das Kopieren berühmter Vorbilder und Stile. Gleich danach wird das absichtsvolle Kopieren zum Problem. Wer ohne ironisches Augenzwinkern oder offensichtlich konzeptuellen Zugriff fremde Ideen übernimmt, bekommt es mit dem Strafgesetzbuch zu tun. Einmal im Fall der sogenannten Raubkopien, also des ungenehmigten Imitierens edler, in der Regel ­pres­tigeträchtiger Markenartikel, oder des illegalen Vervielfältigens von ­Speichermedien (wie CD oder DVD) oder des täuschend echt gemachten Nachmalens berühmter Gemälde.



Dass ein Plagiat alles andere ist als ein Kavaliersdelikt, hat der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erfahren, nachdem bekannt geworden war, dass er in seiner Dissertation aus Texten anderer Autoren zitiert hat, ohne dies in jedem Einzelfall kenntlich zu machen, und er somit den Eindruck erweckte, er wäre der Verfasser. Das kostete ihn das Amt, seitdem beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit dem Fall. Nicht nur in der Wissenschaft, auch in der Literatur lässt sich ein Abschreiben von anderen prinzipiell leicht aufdecken. So geschehen etwa bei Helene Hegemann mit ihrem Roman «Axolotl ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: praxis, Seite 68
von Klaus Kieser