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Wer schaut noch Fernsehen? Die digitale Revolution setzt alles daran, dass der Zuschauer selber bestimmen kann, was er sehen möchte. Eine Hamburger Tagung fragt: Welche Konsequenzen hat das für den Tanz?

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Das Dilemma bringt niemand besser auf den Punkt als sie. Heide-Marie Härtel schimpft wie ein Rohrspatz, weil im deutschen Fernsehen die Sendeplätze für den Tanz nahezu komplett verloren gegangen sind. Wozu wohl digitalisiert sie an ihrem Deutschen Tanzfilminstitut in Bremen die 35 000 Videokassetten der Tanzgeschichte? Toll, dass die zarte Dame, die 1975 noch in Johann Kresniks Bremer «Romeo und Julia» tanzte, derlei Schätze der Vergangenheit ins Heute rettet.

Aber wird das je einer noch sehen wollen oder können?

Im denkmalgeschützten Kulturspeicher in Harburg, mitten in einem Hamburger Industrieareal, trafen sich auf Einladung des Dachverbands Tanz Deutschland die Auguren der neueren Medien. Sie gaben sich überzeugt: Ja, die Digitalisierung hat die alten Maschinen und Übertragungswege des Fernsehens hinweggefegt, die einst auch die Aufmerksamkeit auf den Tanz gelenkt haben. Mit analoger Technik erzeugte Bilder in jeden Haushalt zu senden, das kostete. Noch heute wird das öffentlich-rechtliche Fernsehen so alimentiert, als komme es seinem kulturellen Bildungs- und Informationsauftrag nach. Wie jeder weiß, ist das längst nicht mehr der Fall.

Was den Tanz betrifft: Zumindest in den ...

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Tanz Juli 2016
Rubrik: ideen, Seite 64
von Arnd Wesemann

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