unter uns!

Die Kölner Choreografin Silke Z. vollendet ihr «Generationenprojekt» der großen Ü’s: Ü30, Ü40, Ü50, Ü60. Man ist eben nie zu alt für die neuen Leiden der alten Wilden

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Die ach so sorgsam behütete «Individualität» – in Wahrheit ist sie zusammengesetzt aus lauter Mosaiksteinchen. Mit jedem exklusiven Hobby, jeder Schrulle ist man in Wahrheit Teil einer Peergroup – sei es als Downhiller oder Dominostein-Spieler, als Messie oder Hacker. Und aus einer Gruppenzugehörigkeit kommt gar keiner raus: aus seiner Generation. Analysen von Altersklassen erfreuen sich spätes-tens seit Florian Illies' Anekdotensammlung «Generation Golf» großer Popularität.

Bei diesen vermeintlich soziologischen Studien wird mit Etiketten wie «digital natives», «Generation Garnichts» und «best ager» der sonst unübersichtliche Trend-Pluralismus fein sortiert, und von der Facebook-Sucht bis zum Konsumzwang jede Schwäche als unvermeidbares Alters-Symptom entschuldigt.

Geborgen in der Zugehörigkeit zur Genera-tion – diesen Schutz nutzt seit drei Jahren auch die Kölner Choreografin Silke Z.: «Unter Uns!» lautet der Titel ihres 2009 begonnenen Generationenprojekts, bei dem sich zwei Vertreter einer Altersgruppe, meist ein Schauspieler und ein Tänzer, zum Befindlichkeits-Plausch treffen: über Beziehungsstatus, Zukunftsängste, anstrengende Eltern und natürlich den Körper und die bange ...

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Tanz August 2012
Rubrik: produktionen, Seite 18
von Nicole Strecker

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