ulm: roberto scafati «le sacre du printemps ... plus»

Tanz - Logo

So werbewirksam wie der Titel ist das Programm zusammengesetzt: Roberto Scafati erweitert Strawinskys «Frühlingsopfer» zu einem ganzen Jahreszeitenzyklus. Was böte sich da trefflicher an als Vivaldis Violinkonzerte «L’Estate» und «L’Inverno». Auch sie sind Programmmusik, spielen aber auf einer deutlich freundlicheren Skala als Strawinskys schroffes Avantgardewerk. Entsprechend artig fallen Sommer und Winter auch choreografisch aus – mit Liebesgetändel am Strand oder abstraktem Tanz in Röcken für beide Geschlechter.

Gemildert wird der musikalische Beinahe-Crash durch die «Herbstsonne» («Høstsolen»), eine gewaltige, orchesterfarbenfrohe Uraufführung des kanadischen Komponisten Matthew Whittall, zu der Scafati gelbes Licht durch dicken Nebel gleißen lässt. Vogelscheuchenartige Silhouetten geben geheimnisvolle, minimalistische Zeichen, dann aber streuen sie trockene Blätter, und auch der Herbst gerät zum Bilderbuch. Nicht nur die Farben von Marianne Hollensteins Bühnenbildern, sondern auch die Szenen, die der Ulmer Ballettdirektor dazu erfindet, illustrieren viel zu banal die Musik: Im Sommer (rot) verbrennt man sich die Füße, im Winter (blau) wird gefroren, es fällt Schnee, schließlich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Angela Reinhardt

Weitere Beiträge
ausstellung & tv

  ausstellung_________
edgar degas. das spätwerk

In seiner postimpressionistischen Schaffensphase bevorzugte Edgar Degas (1834-1917) Pastellkreide als Zeichenutensil, um Tänzerinnen darzustellen. Dank der schmiegsamen Substanz der Stifte wird jede Farbe puderfein aufs Papier gestreut – was, wie die Schweizer Schau zeigt, der Flüchtigkeit des Sujets und der...

pure körper: dieter blum

der Werbe- und Tanzfotograf, hat sich gerade von einem beträchtlichen Teil seiner Werke getrennt. Seine Arbeiten sind Publikumsmagneten: Allein die 2003 in Sankt Petersburg gezeigte Schau «Körperkathedralen» zog damals über 300 000 Besucher an. Elf Bildbände hat Blum bisher mit seinen Aufnahmen bestückt, nun wandern die Originale in die Obhut der Berliner...

kalender

­­_____deutschland

On tour
Das Russische Staatsballett unter der künstlerischen Leitung von Wjatscheslaw Gordejew gastiert mit «Der Nussknacker»: Niedernhausen, Rhein-Main-Theater, 4. Jan.; München,  Philharmonie, 12. Jan.; Augsburg, Kongress am Park, 23. Jan. und
mit «Schwanensee»: Rostock, Stadthalle, 1. Jan.; Halle a. d. Saale,  G. F. Händelhalle, 2. Jan.;
Chemnit...