Tutu & Tüll
Angefangen bei Coco Chanel über Yves Saint Laurent, Karl Lagerfeld bis hin zu Maria Grazia Chiuri, Diors aktueller Kreativdirektorin: Es vergeht kaum eine Saison, in der nicht eine weitere Kooperation von Mode und Tanz angekündigt oder verwirklicht wird.
So haben sich fast alle großen Modeschöpfer mit dem Ballett befasst, bis zum heutigen Tag: Die einen entwerfen Bühnenkostüme, die anderen lassen sich umgekehrt vom Ballett für ihre eigenen Kollektionen inspirieren, und wieder andere setzen Promis wie Sergei Polunin, Misty Copeland, Mikhail Baryshnikov oder Friedemann Vogel (der selbst einmal in der Branche tätig war) für Werbe- und Fotostrecken virtuos in Szene.
So bewahrheitet sich alle paar Monate, dass das Zusammenspiel der beiden gegenwärtig märchenhaftesten Kunstformen sich großer Beliebtheit erfreut und als überaus spannend wahrgenommen wird. «Märchenhaft» meint: Ballett und Mode verfolgen das gleiche vage Ziel, indem sie danach streben, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Nämlich den menschlichen Körper perfekt zu inszenieren und zu präsentieren, ja ihn in diesem Sinne vollkommen zu machen. Diese Mission verbindet die beiden Disziplinen und stiftet synergetische ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Tutu & Tüll, Seite 58
von Anastasia Tolstunova
Ich hatte bisher in meiner noch jungen Karriere weder einen Talisman noch besondere Rituale. Aber ein Vorstellungstag ist für mich, wie für viele Künstler, etwas Besonderes. Ich schaue in den Stunden vor einem Auftritt gerne einen guten Film an oder höre Musik, die mich inspiriert, die Emotionen freilegt und meine darstellerische Kraft stärkt.- Vermutlich ist das...
Ja, doch, man muss über sein Alter sprechen. Friedemann Vogel ist Anfang August 40 Jahre alt geworden, was man dem gut aussehenden Prinzen mit dem fluffigen blonden Haar kein bisschen ansieht und erst recht nicht auf der Bühne anmerkt. Gerade debütierte er als Kronprinz Rudolf in Kenneth MacMillans «Mayerling» in einer der kräfteraubendsten Partien des dramatischen...
Ich habe keinen Talisman oder Glücksbringer, den ich vor Beginn meiner Auftritte einsetze. Ich glaube, das liegt daran, dass ich inzwischen gelernt habe, dass in den kostbaren Momenten vor Vorstellungsbeginn manchmal ganz von selbst völlig unerwartete Dinge passieren können. Ein Beispiel: Ein Freund kriegt kein Ticket für die Vorstellung, oder ein Kollege erkrankt...
