steineriana

Rudolf Steiner begründete die Anthroposophie und gemeinsam mit seiner Frau Marie eine Bewegungskunst namens Eurythmie. Gehört beides überhaupt zur Geschichte des modernen Bühnentanzes? Hans Fors fand dafür mehr Indizien, als der eurythmischen Old School recht sein kann

 

Hans Fors, Sie haben im schwedischen Järna Eurythmie studiert und sind dieser Bewegungskunst seit Langem verbunden. Nun haben Sie ein Buch über die «Geschichte der Eurythmie im tanzhistorischen Kontext 1912 – 1930» geschrieben. Was war der Anlass?
In den konservativen Teilen der Eurythmie-Szene hieß es, dass diese Ausdrucksform nichts mit Tanz zu tun habe. Ich konnte aber keine überzeugenden Argumente finden, warum diese Verbindung nicht bestehen sollte. Die Eurythmie ist eine Tanzrichtung genauso wie Ballett oder andere Tanzformen.

Allerdings kommt sie in den meisten Tanzbüchern nicht vor. Eine übergreifende Kunstgeschichte der Eurythmie hat bisher gefehlt. Ohne historische Orientierung besteht die Gefahr, dass viele Eurythmie-Darstellungen auf der Bühne anachronistisch wirken.

Aufklärung tut not?
Bei meinen Seminaren reagieren Eurythmiekollegen oft auf die Foto- und Filmbeispiele, die ich zeige. Viele erkennen den Zeitgeist von anno dazumal. Für manche ist das schmerzlich. Sie sehen etwa, dass das, wofür sie heute stehen, rund hundert Jahre alt ist. Viele Eurythmisten wissen nicht, wie man aus diesem Gefängnis herauskommen soll. Andere fühlen sich darin zu Hause.

Welche ...

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Tanz März 2016
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Andrea Amort