alwin nikolais

Wer kennt noch diesen ganz großen Tanzzauberer aus den USA? Nur ganz wenige ältere Damen. Zu Besuch bei ihnen war Arnd Wesemann

Joan Woodbury fährt die Straße von Salt Lake City hinauf in die Berge. Wasatch Back heißt die Gegend dort oben. Die Sonne scheint. Trotzdem fängt es an zu schneien. Ein Lichtspiel aus tanzenden Flocken tobt über den Asphalt, als stamme es aus einem dieser irrwitzigen Tanzstücke von Alwin Nikolais. Die Natur zelebriert einen Farbenrausch, der den Meister des psychedelischen Tanzes in den 1960er-Jahren so berühmt gemacht hat. Ein Rave aus bunten Körnern stiebt glitzernd auf die Windschutzscheibe zu. Woodbury juchzt. Sie war mal Tänzerin bei Nikolais.

Heute ist sie eine seiner Erbinnen und kurvt in ihrem knallroten VW wieder und wieder durch den Ferienort. Park City heißt der Flecken, der 2002 durch die Olympischen Winterspiele bekannt wurde. Ihr Gedächtnis ist trotz der 86 Jahre großartig. Bloß die unzähligen Neubauten verwirren sie. Endlich werden die Straßen etwas enger. Die renovierten Hausfassaden im Zentrum sehen aus wie auf alt gemachte Möbel.

«Irgendwo muss es doch gewesen sein», ruft Joan Woodbury. Hinter der Main Street mit ihren adretten Lokalen, den kleinen Boutiquen und dem Egyptian Theatre, das tatsächlich ägyptisch aussieht und im Winter das berühmte «Sundance Film ...

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Tanz Juli 2014
Rubrik: traditionen, Seite 54
von Arnd Wesemann