totentanz in köln

Unlängst wurde noch über ein Tanzhaus für Köln diskutiert. Heute ist nicht nur das Opernhaus eine Ruine, die ganze Sparte steht vor dem Aus

Prolog

Sagt die Journalistin,
«Wir müssen über den Tanz in Köln reden.»
... dann heißt es von:

Kajo Nelles, Geschäftsführer Landesbüro Tanz:
«Nicht schon wieder.»

Wolfgang Hoffmann,
Ex-Referent für Tanz und Theater der NRW-Landesregierung:
«Also über einen ständigen Abstieg.»

Hanna Koller,
Programmleitung Tanz der Städtischen Bühnen:
«Frustrierend.»

Georg Quander, Kulturdezernent:
«–––» (nimmt gerade seinen Resturlaub.

)

Klaus Dilger, Leiter des Tanzbüros Köln:
«Wir stehen vor einem Nadelöhr – entweder wird der Tanz
komplett zerschlagen, oder ein Durchbruch steht bevor.»

Bettina Milz,
Referatsleiterin für Theater und Musik der Staatskanzlei,
wird angefragt, es antwortet die Pressestelle: «Das ist ja alles politisch!» (Ach so, politisch – wie kommt man bloß auf die Idee,
an ein Ministeriumpolitische Fragen zu richten …?)

Thomas Thorausch,
Stellvertretender Leiter des Deutschen Tanzarchivs Köln:
«Wir sind im letzten Akt eines Trauerspiels.»


Wer auch immer in Köln professionell mit Tanz zu tun hat, muss wissen, dass er mit­
hoher Wahrscheinlichkeit verliert. Dass er nach unendlich vielen Gesprächen, nach ausgiebiger Argumentation und immer wieder vernommenen politischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2013
Rubrik: ideen, Seite 64
von Nicole Strecker

Weitere Beiträge
mannheim: Kevin O'Day: «Othello»

José Limón braucht mit «The Moor’s Pavane» gerade mal 20 Minuten, um eine ganze Tragödie aufzuzeigen. John Neumeier lässt seinem «Othello» immerhin zweieinhalb Stunden Zeit, die Pause eingerechnet, damit er Fuß fassen, besser gesagt: damit er straucheln kann. Kevin O’Day macht es am Mannheimer Nationaltheater etwas kürzer.

Nach «Hamlet» (2008 in Stuttgart) und...

highlights

grenoble_________

itmoi

«Sacre», so weit das Auge reicht: Eine Jahrhundertflut aus Rekons-truktionen, Relektüren, Nachaufführungen ergießt sich über die Bühnen der Welt. Mindestens einer schwimmt allerdings gegen den Strom: Akram Khans «Frühlingsopfer»- Erkundung kommt als apokryphes «iTMOi» daher, was für «In The Mind Of Igor» (Strawinsky selbstredend) steht....

london: Royal Ballet: «Mixed Bill»

Seit nunmehr zwei Jahrzehnten ist Frederick Ashton, der erste Chefchoreograf des 1931 gegründeten Royal Ballet, mit seinen Werken dortselbst betrüblich unterrepräsentiert. Kein Wunder, dass die Königlichen mit der Umsetzung seiner Bewegungssprache stilistisch hier und da ihre Mühe haben. So war etwa Ravels «La Valse» – Auftakt des Ashton-Potpourris, das im Februar...