the ghosts & soft cell
Constanza Macras ruft die Geister. Wie immer. Zuletzt waren es Roma, Afrikaner und die Vergangenheit. Selten ist ein Geist darunter, den unsere Zivilisation mit offenen Armen empfangen würde. Diesmal sind es chinesische Akrobatinnen. Keine, mit denen der Chinesische Staatszirkus trübe Sonntage aufhübscht, sondern solche, die nicht auf Tournee gehen dürfen. Die Abgelegten, die Aussortierten. Die Alten. Wie Huanhuan Zhang. Sie ist 15 Jahre alt.
Das Prekariat der Zirkuskunst
Keck steht sie auf der Bühne und sagt, sie habe erfahren, wie sehr Europäer das dokumentarische Theater lieben. Hinter ihr sind Projektionen eines Vergnügungsparks am Rande der Millionenstadt Guangzhou zu sehen, der, wie die Akrobatinnen auch, seine besten Zeiten schon hinter sich haben mag. Huanhuan Zhang lebt mitten im Rummel, unter Lychee- und Mangobäumen, zusammen mit ihrer etwas älteren Schwester Huimin, der sie im zarten Alter von sieben Jahren von Peking aus hierhin gefolgt ist. Die Kindheit verbrachten sie in dem kleinen Theater im Park bei ihrem Onkel, der sie auch trainierte. Mit ihm tourt die kleine Akrobatenfamilie heute noch durchs Land, tanzt auch vor Gefangenen, Leprakranken, Rentnern und verkauft ...
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Tanz April 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Arnd Wesemann
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Sie beide arbeiten schon lange künstlerisch mit Flüchtlingen und Migranten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Jessica Höhn: Mit Flüchtlingen arbeite ich, seit ich freiberuflich als Theaterpädagogin unterwegs bin, also etwa seit zehn Jahren. Es fing mit Theaterprojekten zur Sprachförderung an. Seit sechs Jahren leite ich eine interkulturelle Gruppe am Off-Theater...
