the essence of ballet

heißt eine ungewöhnliche Fotodokumentation. Für sie hat Ingrid Bugge anderthalb Jahre lang das Königlich Dänische Ballett in Kopenhagen begleitet

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Bournonville. Das dänische Ballett. Das sind lange Röcke aus einer Zeit, als offene Gaslampen am Bühnenrand die weich fließenden Musselin-Stoffe bisweilen in Flammen aufgehen ließen. Aus den Leuchten wurden tödliche Fallen für Tänzerinnen, die als lebende Fackeln vor dem Zuschauer verbrannten. Trotzdem blieben diese weißen langen Röcke der Inbegriff des romantischen Balletts. Die fließende Bewegung, der wallende Stoff – all das erstarrt vor der Kamera, verkümmert als Tanzfoto so unwirklich wie eine Postkarte.

Kann es ein Foto überhaupt in die Nähe der erlebten Emotionen schaffen, vor allem: in die Nähe der künstlerischen Intentionen – zu den Absichten, zur Kunst? Kann es die Interpretation der Ersten Solistin am Königlich Dänischen Ballett erfassen? Kann Fotografie etwa Gudrun Bojesens Rolle als Kameliendame deuten?

Die dänische Fotografin Ingrid Bugge findet, verglichen mit dem New York City Ballet herrsche «in Kopenhagen die weiche Linie vor, eine zärtliche Art der Bewegung, die bis August Bournonville zurückreicht», also in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist die Zeit, als Fotografie erst noch erfunden wird, als die Zeichen auf Realismus stehen und Alexandre Dumas seinen ...

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Tanz August/September 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann

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