Tero Saarinen

Tero Saarinen ist der faszinierendste Choreograf Finnlands. Jetzt probt er mit seinen Kindheitserinnerungen und asiatischen Erfahrungen in Oldenburg

Tanz - Logo

Der Boden ist die Basis. Tief geduckt, die Arme wie Antennen ausgefahren, stecken die Tänzer mit vorsichtig federnden Schritten ihr Terrain ab. «Die Haut ist wach, die Hände sind neugierig, eure Füße sind gierig», ruft ihnen der finnische Choreograf Tero Saarinen zu. Wachheit und innere Ruhe, die Selbstgewissheit eines Tiers auf der Pirsch in der Natur geben das Motiv vor. Obgleich die Vorstellung erst einmal schwerfällt, auf dem weißen Tanzteppich in dem von Neonlicht erhellten Studio beim Tanztheater Bremen Natur erleben zu wollen.

Mit seinem hoch dynamischen, archaisch anmutenden Tanzstil hat sich Tero Saarinen seit 1996 einen Namen gemacht. In seinem zwischen Opferkult und Medientechnologie oszillierenden Solo «Hunt» zu Igor Strawinskys «Le sacre du printemps» begeistert er bis heute als charismatischer Tänzer. «Borrowed Light», Saarinens weltweit wohl bekanntes-tes Stück, das für seine in Helsinki am Alexander-Theater beheimatete Kompanie entstanden ist, greift das religiöse Ritual der nordamerikanischen Shaker-Gemeinde auf, thematisiert die Suche nach der Magie von Glauben und der unbedingten Hingabe an eine Gemeinschaft.

Als gefragter Gastchoreograf für Kompanien wie das ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2010
Rubrik: Menschen, Seite 22
von Irmela Kästner

Vergriffen
Weitere Beiträge
The place: resolution!

Vor 40 Jahren, 1969, eröffnete Robin Howard eine Scheune für den Tanz, The Place in London. Heute zählt sie zu einer der Geburtsstätten des zeitgenös-sischen Tanzes und betreibt seit 20 Jahren auch ein Forum für Neuent-deckungen. Noch bis zum 20. Februar findet hier eine Tanzplattform der Superlative statt, «Resolution! 2010». Nahezu jeden Tag werden hier drei...

Jardin d’europe

Florin Flueras aus Rumänien teilt sich mit der Chilenin Varinia Canto Vila eine Residenz am WorkSpace in Brüssel. Das ergab ein Juryentscheid des zweiten «Prix Jardin d’Europe» für junge Choreografen. Der erste Preis, eine Koproduktion im Wert von 10.000 Euro, ging an die Französin Claire Croizé. Alle drei, so die Jury, hätten zu gleichen Teilen gewonnen – Unmut...

Weltstädtische Kultur

Kulinarisch kommt man zumindest nach der Vorstellung auf seine Kosten. «Knabbern Sie zu zweit an einem!», heißt es da auf einem Schild, und alle greifen nach den doppelköpfigen Plätzchen. Das Gebäck ist mit viel Liebe zubereitet. Noch kurz vor Vorstellungsbeginn knetet Dance Company Theater Osnabrück Nanine Linning, wie sich das Nachfolge-­Ensemble von Marco Santi...