tatjana

Was ist das für ein Mädchen, dem Eugen Onegin das Herz bricht? Das fragt Hamburgs Ballettchef John Neumeier in seiner neuesten Uraufführung, für die Lera Auerbach die Musik schreibt. Einmal mehr arbeiten die beiden zusammen. Wie das geht, erklärt die Komponistin

Lera Auerbach, wann kam es zu Ihrer Zusammenarbeit mit John Neumeier? Und wie tauschen Sie sich eigentlich während Ihrer gemeinsamen Arbeit an «Tatjana» aus?
Im September 2007 wurde mein «Russisches Requiem» von den Bremer Philharmonikern und dem Lettischen Staatschor uraufgeführt. John Neumeier und der inzwischen verstorbene Klaus-Peter Seibel, der das Ballett «Die kleine Meerjungfrau» in Hamburg dirigiert hatte, waren nach Bremen gekommen, um der Premiere beizuwohnen.

Nach der Vorstellung trat John mit der Idee an mich heran, gemeinsam eine moderne Version von «Eugen Onegin» zu erarbeiten. Der kreative Dialog zwischen mir und John riss dann eigentlich nie ab. So kamen wir auch auf den Titel «Tatjana», denn als Figur steht sie ja eigentlich – mehr noch als Onegin – im Zentrum des Puschkin‘schen Versepos.

Bei Auftragswerken betreffen Vorgaben, an die Sie sich als Komponistin zu halten haben, allenfalls die Größe des Orchesters und die Art der Orchestrierung, richtig?
Die einzige Vorgabe, die Auftraggeber gelegentlich machen, betrifft die maximale Größe des Orchesters. Dabei wird der Umfang des Klangkörpers häufig von praktischen Erwägungen bestimmt, etwa von der Kapazität des ...

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Tanz Juni 2014
Rubrik: produktionen, Seite 15
von Hartmut Regitz

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