Tarek Halaby
Selten sah man einen Künstler so intelligent, so erschreckend, so komisch und noch dazu so liebenswert scheitern. Nicht etwa, dass Tarek Halaby einen Mitleidsbonus hätte. Bei ihm ist Resignation ein künstlerisches Konzept und Stilmittel. Kein Wunder, ist sein Thema doch der israelisch-palästinensische Konflikt. Eine ganze Performance handelt davon, dass es ihm nicht gelungen ist, sein Stück hinzukriegen. Die Kunst, so das unausgesprochene kulturpolitische Fazit, hat wieder einmal versagt.
Der Sohn einer Amerikanerin und eines nach Jordanien geflüchteten Palästinensers, geboren 1981 in Saudi-Arabien, hinterfragt die Kunst wie die Politik. Das eine hat ihn Anne Teresa de Keersmaeker bei P.A.R.T.S. in Brüssel gelehrt, das andere das Leben. Nie hat sein Vater mit ihm über den Nahost-Konflikt gesprochen. Also fuhr Tarek Halaby selbst in die Lager, um etwas über sein Volk zu erfahren. Was er erlebt hat, ging ihm so nahe, dass er sich auf der Bühne mit einem Schutzschild aus Humor umgibt. Der junge Tänzer macht den Komiker, den netten Jungen von nebenan. Er hat die Begabung, das Publikum zu fesseln, zu manipulieren, bis er es so weit hat, dass er ihm mit knallharter Politik den Atem rauben ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mustafa Kaplan war Ingenieur, Filiz Sizanli Architektin in Istanbul. Ich erwähne das, obwohl ich hoffe, dass sie von nun an nicht immer so vorgestellt werden. Man sieht es natürlich. Nicht plakativ wie die Faust aufs Auge oder als Running Gag. Es engt auch ihren Blick nicht stilistisch oder thematisch ein. Ich bin versucht zu sagen: Das unterscheidet sie positiv...
Sie könnten ohne Weiteres machen, was andere ihresgleichen tun. Thomas Plischke wurde
Ende der 90er als choreografisches Jungtalent gefeiert. Und Kattrin Deufert wäre prädestiniert für eine akademische Karriere als Theaterwissenschaftlerin. Als die beiden zusammentrafen, verbanden sie ihren Hang zur Verausgabung und durchliefen einen schwierigen Prozess, an dessen...
Das Ballett sei überwiegend schlecht gemanagt, sagt er und versucht im Großen, was Christoph Winkler mit seinen Berlin GoGos im Kleinen angeht: den Tänzern mehr Aufmerksamkeit und breitere Einsatzmöglichkeiten zu verschaffen. Seaquist, in den USA geboren, in Chile aufgewachsen und dort zum Tänzer ausgebildet, fand über Umwege zu seiner Bestimmung, für die der...
