Tanzforschung

Ein Jahrbuch

Alle Jahre wieder sorgt die Gesellschaft für Tanzforschung (GTF) für die Publikation eines Sammelbands, im Wesentlichen gespeist aus den jährlichen Tagungen des Vereins. Die neueste Ausgabe, «Tanz, Be⁄wegung & Spiritualität», will, wie Thom Hecht, neben Dagmar Ellen Fischer Herausgeber des Bandes, in der Einleitung schreibt, im «neuen akademischen Feld» Spiritualität den aktuellen Stand der Forschung aufzeigen. Doch was die 14 Beiträge des Buchs miteinander verbindet, bleibt offen.

Kein Wunder: Herausgeber Hecht benennt als relevante Kategorie die «Wechselwirkungen zwischen Tanz und Geistigkeit». Darunter lässt sich alles subsumieren, denn Tanz ohne Einbeziehung des Gehirns ist schlechterdings nicht möglich.
Versehen mit dem modischen Etikett Spiritualität, liest man also etwas über Balletttraining und emotionale Intelligenz, über «individuelle Spiritualität» in tänzerischen Sozialprojekten (für die Autorin Assia Maria Harwazinski gehört hier sogar Royston Maldoom dazu, weil er «an die Fähigkeit jedes einzelnen Menschen» glaubt), über Tanz als spirituellen Weg, über afrobrasilianische Kulttänze, Merce Cunningham und das «I Ging» bis hin zu Ruth St.-Denis. So weit ganz nett, wenn ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2010
Rubrik: Medien, Seite 59
von Klaus Kieser

Vergriffen
Weitere Beiträge
Libor Vaculík: «Faust»

So könnte auch eine Aufführung der Prager Laterna Magica anfangen. Ein gealterter Clown Ferdi­nand mit der Geige tritt vor den roten Samtvorhang eines verschlissenen Cabarets und kratzt ein paar Töne. Nur handelt es sich hier im Ständetheater um die Uraufführung eines Faust-Balletts.
Der Clown ist Faust. Per Vertrag mit dem alerten Direktor dieses kleinen...

Nachruf

Bob Curtis aus Mississippi, 1994 nach Österreich übersiedelt, war in gewisser Weise der Doyen der Wiener Tanzszene. Seine hagere Gestalt, sein ebenmäßiges Gesicht, seine Eleganz und Bescheidenheit machten Curtis nach fast 60 Jahren in Wien zum charismatischen Vertreter einer effektvollen Mischung aus afrikanischem Tanz, Ballett und Modern-Dance-Elementen. Bei all...

Nach Zürich

Christian Spuck, 2012 als Ballettdirektor ans Opernhaus Zürich verpflichtet zu werden und das gleich für fünf Jahre: Ist das nicht ein Karrieresprung, von dem ein Choreograf nur träumen kann? Wie zielstrebig haben Sie Ihre Karriere geplant?
Wenn jemand an meiner Karriere gebaut hat, waren das andere. Ich mache meine Arbeit so gewissenhaft und gut wie irgendwie...