tanz und schule: münchen

Sie floaten wie die Seegräser, rollen wie die Wellen; der gestreckte Körper, ­sachte hin und her bewegt, wird zum Leuchtturm. Taschenlampen verwandeln ihn in eine geheimnisvolle Dünenlandschaft. Einer sitzt auf seinem Partner wie auf einem Felsen und schaut aufs Wasser. Solche Motive durchziehen die Choreografie von Andrea Marton und Christa Coogan zu John Adams’ «Shaker Loops». Zwischendurch laufen sie, finden sich zu Schwärmen zusammen, kreisen über die Bühne.

Rund vierzig Kinder – die Klasse 6b des Nymphenburger Gymna­siums und Grundschüler verschiedener Münchener Schulen – haben ein halbes Jahr für diese halbe Stunde trainiert. Als Teil eines Kinder- und Jugendkonzerts des Münchener Kammerorchesters (MKO) unter Leitung von Alexander Liebreich traten sie an zwei Tagen im Prinzregententheater und im Gasteig auf. Sie meisterten ihr Programm bravourös: ein sehr konzentriertes Auffluten und Abebben, schön ineinandergreifend und doch lässig.

Diese Beiläufigkeit hätte man sich auch in der ersten halben Stunde gewünscht, in der das MKO Béla Bartók spielte, Gilson de Assis Bodypercussion zum Besten gab, und der Dirigent das Publikum zum Polkatanzen in den Stuhlreihen animierte. Da war ...

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Tanz August 2010
Rubrik: praxis, Seite 97
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