trier: susanne linke u. a. «nemmokna»

Wie aus dem Nichts taucht Héloïse Fournier auf, eine Schattenfigur, die sich erst noch aus dem dampfenden Dunkel herausschälen muss. Eine Urmutter, dem Boden verwachsen. Eine Gestalt wie aus dem Bewegungskosmos einer Mary Wigman, dem auch die Choreografin Susanne Linke entstammt. Héloïse Fournier ist es jedenfalls, die stellvertretend aus der Tiefe all die anderen heraufholt, die sich für die nächsten Jahre in Trier unter Linkes Ägide zu einem neuen Tanztheater formieren wollen. Noch ruhen sie in sich selbst, während der Orchestergraben auf Bühnenniveau gehoben wird.

Einmal angekommen, lösen sie sich schwerfällig aus ihrer Erstarrung – nicht zuletzt belebt durch ein paar Wagner-Klänge, die Wolfgang Bley-Borkowski in sein Sounddesign eingebettet hat. Einer nach dem anderen ringt sich hoch und reiht sich ein, bis das Ensemble endlich «steht». Bis es sich zögernd eint in einem phalanxhaften Tanz.

Der Titel, den Susanne Linke dem gemeinsamen Bemühen gegeben hat, lässt sich drehen, vor allem aber wenden. Statt «Nemmokna» hätte sie das «Ankommen» gut und gerne auch «Menschen und Mythen» nennen können. Schließlich bringt jeder der zehn Tänzer und Tänzerinnen, zu denen sich noch zwei Gäste ...

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Tanz März 2016
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Hartmut Regitz