sport analog

Müßiggang am Vorabend des Krieges: Die Mappe «Sports et Divertissements» huldigt dem Freizeitvergnügen vom Schaukeln bis zum Tennis.

lustwandeln

Vielleicht ist dem Verleger Lucien Vogel im Frühjahr 1914 vollkommen bewusst, dass der Erste Weltkrieg auch die Lebenswelten argloser Zeitgenossen zerstören wird. Vielleicht ist ihm andererseits die Rettung unbeschwerter Freizeitvergnügen unter die Glasglocke der Geschichte ein Anliegen. Oder die begüterte Käuferschar der von Charles Martin illustrierten Mappe «Sports et Divertissements» kann ungestört weiter der Körperertüchtigung und dem Lustwandeln frönen, weil sie am Krieg womöglich verdient.

Ob Rückzug, Kommentar oder Geschmacksschmeichelei – die 20 Tafeln erzählen von Vorlieben und Moden der Freizeitgestaltung im ersten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts. Und zwar in Form eines Stelldicheins von Musikstücken Erik Saties und Martins Illustrationen, das den Hörer im Betrachter fordert. Wer eines der exklusiven 215 Exemplare aufblättert, findet links jeweils ein Notenblatt, rechts ist die dazugehörige Szene abgebildet. Den Anfang macht «Die Schaukel».

Ein Gartenlokal im Sommer, zwei Paare am Tisch, ein anderes kehrt gerade vom Bootsausflug zurück. Auf dem Tanzboden ist Berührung gestattet. Mitten hinein fliegt unbekümmert die Frau auf der Schaukel und riskiert ...

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Tanz Jahrbuch 2012
Rubrik: geld, Seite 62
von Frankziska Buhre