Die Musicalisierung des Flamenco

«Seit der erste Homo sapiens aus Afrika nach Europa kam, herrscht Globalisierung im Tanz». Mit Javier Latorre sprach Kersten Knipp

Ob Verdi oder Astor Piazzolla, Leo Brower oder die spanische Rockgruppe «Triana» – kaum ein musikalisches Genre, an die sich der Tänzer Javier Antonio García Expósito, «Javier Latorre», nicht gewagt hätte. Bis Ende der 1990er Jahre galt Latorre, 43, als einer der bedeutendsten Flamencotänzer seiner Zeit. In so bekannten Kompanien wie dem Ballet Nacional, der Compañía Andaluza de Danza und dem Ballet von Antonio Canales besetzte er die Rolle des ersten Tänzers. Danach verlegte er sich auf die Choreografie. Und auch in dieser Disziplin überrascht er die Fachwelt regelmäßig.

«Rinconete y Cortadillo» heißt sein auf der gleichnamigen Novelle von Cervantes beruhendes Stück, in dem er als einer der ersten den Humor in den Flamenco trug. In einer seiner jüngsten Produktionen, «Los Tarantos», verband er den Flamenco mit der Sprache des Musicals. Doch Latorre ist nicht nur ein großer Künstler des Flamenco. In seinen Interviews und Manifesten erweist er sich auch als einer seiner schärfsten Kritiker.

Javier Latorre, Sie haben nicht nur eine Flamenco-, sondern auch eine klassische Tanzausbildung genossen. Als was sehen Sie sich eher: als Flamenco- oder klassischer Tänzer? Das kommt darauf an, ...

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Tanz Mai 2006
Rubrik: Sommerfestivals, Seite 14
von Kersten Knipp

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