babel ohne schranken

Sidi Larbi Cherkaoui und Damien Jalet schlagen den Heilsweg ein, mitten durch das Sprachengewirr der Globalisierung

Die Vertreibung aus dem Paradies ist ein Fortsetzungsroman mit offenem Ende. Vom Biss in den Apfel über die Sintflut, vom Turmbau zu Babel über die Kolonialgeschichte bis zumHolocaust, dem Fall der Mauer, 9/11. Nichts als Abgründe.

Wiederholt sich Geschichte andauernd, beißt sie sich gar in den Schwanz? Welche Rolle spielt die Globalisierung? Bedeutet sie nicht den Neubau des Turms zu Babel, gebaut auf Börsenkapital? Klingt Babel nicht wie bubble? Sind Spekulationsblasen Altlasten der Turmbauer oder deren (unan)ständige Neugeburt? Und wieder wird ein Turm eingeweiht, eine Mauer errichtet, ein Ghetto geschaffen. Die Welt dreht sich im Kreis, und nebenbei wird getanzt. Wie ist so viel Schizophrenie zu ertragen, wenn nicht mit Humor? Eine Tanzkompanie in Europa kann Interpreten aller Kontinente vereinen, aber wenn Künstler aus Afrika oder Lateinamerika zu Gastspielen nach Europa wollen, prallen sie immer öfter an der Festung Schengen ab. Die Menschheit kauft Einheitsprodukte, aber die Kommunikation zwischen den Kulturen nimmt ab. Statt Dialog nur noch paralleles Anbeten immer neuer Ikonen der Massenkultur. Macht die Globalisierung es leichter oder schwerer, sich zu verständigen? Wie kommuniziert man, während man aneinander vorbeirauscht, als Geschäftsreisender, Tourist oder Interpret einer Choreografie? Entsteht Gemeinschaft nur noch dort, wo man gemeinsam leidet wie Migranten vor dem Schlagbaum? ...

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