Shale Wagman
Ich bin vor Kurzem nach München gezogen und gewöhne mich seither an mein neues Leben hier, an neue Menschen, Chancen, und Erfahrungen – und das alles im Licht der derzeitigen Umstände. Jeden Tag verbeuge ich mich in Dankbarkeit vor dem hiesigen Opernhaus. Ich durfte hier wunderbare Momente erleben, ein völlig neues Stück mit Andrey Kaydanovskiy kreieren oder, ganz unerwartet, in «Bedroom Folk» von Sharon Eyal und Gai Behar mittanzen.
Insgesamt war es natürlich keine leichte Zeit für Künstlerinnen und Künstler.
Noch vor dem globalen Ereignis hatte ich mir eine schwere Verletzung zugezogen, die meine Geduld auf eine harte Probe gestellt hat. Zuerst empfand ich es als Segen, mehr Zeit zur körperlichen Wiederherstellung zu haben. Die Welt pausierte quasi zeitgleich mit mir. Doch als die Monate vergingen, wurde mir klar, dass die Situation noch lange fortdauern würde, und diese Erkenntnis nagte mit jedem Tag mehr an mir. Dank meiner Geduld fühlte ich mich aber auch zunehmend beruhigt und aufgeklärt, und das Universum wies mir Wege, auf meine Umwelt zu hören und mit mir selbst in einen inneren spirituellen Dialog zu treten.
Meine Hoffnung ist: ein Boom der neuerlichen Wertschätzung und ...
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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Pandemie, Seite 65
von
Menschen wirken auf Räume ein, gestalten sie, eignen sie sich an und hinterlassen Spuren. Gleichermaßen wirkt der Raum auf den Menschen ein, ermöglicht Begegnung, aber verhindert sie auch. Diese Wechselbeziehung zwischen Raum und Mensch gilt für alle Räume, sei es ein Sakralraum, ein Theater, das eigene Zimmer, eine Schrebergartenkolonie oder eben der städtische...
Henk van Dijk, nur wer genau bei einem Film hinschaut, wird Sie kennen: als Kameramann. Wirklich sichtbar werden Sie dem Publikum nur in «Live», einem Ballett von Hans van Manen, das zuletzt wieder an der Wiener Staatoper zu sehen war. In der Regel agieren Sie im Hintergrund.
Und das ist auch meine Absicht, unsichtbar zu bleiben. Man will dem Zuschauer ja das Bild...
«Erfinden besteht in der Fähigkeit, das Potenzial eines Stoffes zu erfassen, und in dem Talent, Gedanken zu formen und zu gestalten, die ihm entsprechen.» Dieser Satz, von Mary Shelley 1831 mit Bezug auf das sprichwörtliche «Ei des Kolumbus» im Vorwort zu ihrem «Frankenstein»-Roman formuliert, lässt sich trefflich auf diese vermeintlich simple Kreation eines...
