Serie Master-Macher: Gregor Seyffert
Mitten im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg. Vor strahlend blauem Sommerhimmel zeichnet sich mit konzentriertem Schwung der weiße Neubau der Staatlichen Ballettschule Berlin ab. Leichtigkeit und Präsenz verkörpern auch die Bewegungen von sechs angehenden Bühnentänzerinnen. In einem der insgesamt neun lichtdurchfluteten Großraumstudios bereiten sie das in Kürze anstehende Examen vor. Harte Arbeit. Die gesamte Bandbreite musikalischer Tempi muss dazu in die Sprache des Balletts übersetzt werden.
Heike Keller, ehemalige Solistin der Komischen Oper Berlin, unterstützt die bunt gemischte Gruppe dabei. Geduldig und wenn nötig streng führt sie ihre «Frauen» durch Adagios und Allegros, ermuntert sie zu noch mehr Ausdruckskraft. Ein Stockwerk tiefer proben die angehenden Absolventen. Auch diese Klasse ist international besetzt. Olaf Höfer, seit 30 Jahren Dozent an der Schule, feilt mit ihnen an kraftvollen Sprüngen und Touren. Wie die jungen Männer sich beinahe fliegend durch den Raum bewegen, ist faszinierend. Man möchte glatt Mann sein im Ballett.
Gregor Seyffert ist so ein Mann. Er hat an dieser Schule Geschichte geschrieben und schreibt sie noch. Zu DDR-Zeiten war er selbst hier ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2016
Rubrik: praxis, Seite 72
von Christine Matschke
wien
impulstanz
Das Museum ist das Theater der Zukunft. Heißt es. In Wien wird nun das Leopold Museum betanzt. Tino Sehgal hat dort seinen Auftritt als Mentor der «danceWEB»-Stipendiaten, die das Museale des Museums auf die Probe stellen: mit «Kiss» (2002) und «Yet Untitled» («Goldener Löwe 2013» der «Kunst-biennale Venedig») sowie Sehgals erster Arbeit, «Instead...
«Speak low if you speak love», empfiehlt das neue Werk von Wim Vandekeybus – und zitiert damit Shakespeares «Viel Lärm um nichts». Bei Vandekeybus bedeutet leise von der Liebe zu sprechen, dass das Gesagte vielleicht Unsinn ist oder zu intim für Gebrüll. Oder «low» meint «niedrig», und die Liebe verweigert jeden Höhenflug. Beim Zuschauen fühlt man sich jedenfalls...
Das Dilemma bringt niemand besser auf den Punkt als sie. Heide-Marie Härtel schimpft wie ein Rohrspatz, weil im deutschen Fernsehen die Sendeplätze für den Tanz nahezu komplett verloren gegangen sind. Wozu wohl digitalisiert sie an ihrem Deutschen Tanzfilminstitut in Bremen die 35 000 Videokassetten der Tanzgeschichte? Toll, dass die zarte Dame, die 1975 noch in...
