Screening 10/18

Das gesprungene Wort

Das Wort hat zunächst Vaslav Nijinsky. Am Ende singt Leonard Cohen «Dance me to the end of love». Dazwischen aber ist immer wieder nachdenklich
Judith Kuckart (Foto: Laima Chencelli) zu hören. Man kennt sie als Schriftstellerin, vielfach ausgezeichnet. Dass sie als 15-Jährige einmal Pina Bausch vorgetanzt, dass sie jahrelang das TanzTheater Skoronel geleitet und dafür viele Stücke choreografiert hat, ist dagegen weniger bekannt. Und doch hat der Tanz in ihren Romanen viele Spuren hinterlassen. Im Radio-Feature «Das gesprun-gene Wort.

Von der Probebühne zum Schreibtisch» macht die Autorin nun die «Verwandtschaft» von poetischer Sprache und Körper zum Thema. Denn bei beiden «bedarf es der schönsten Anstrengung» ... «wie bei der Liebe», setzt sie etwas verschämt hinzu. Nicht nur das eigene Schicksal ist ihr dafür ein gutes Beispiel. Sie spürt dem Liebesakt auch in Nijinskys «Tagebuch» nach, in «Stiller» von Max Frisch, in «Der fromme Tanz» von Klaus Mann und in dem Roman «Im -Namen des Lexikons» von Amélie Nothomb. All das macht das Feature nicht nur -«Lesenswert», wie die Reihe heißt, sondern hörenswert. Unbedingt. Am 9. Okt., 22.03 h auf swr 2 und ein Jahr ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Kalender, Seite 50
von

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