Somewhere entre-deux ...

Somewhere entre-deux und irgendwo dazwischen. Thomas Hahn traf das Film-UFO Pierre Coulibeuf in Paris

«Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun. Ich bin ein Prophet!», ruft der Blinde. Die Fee im weißen Brautkleid verwandelt sich in Hund, Rabe und Katze. Sie kann sich auch auf Porzellanscherben räkeln. Sie stellt metaphorische Fragen, die an Grimms Märchen erinnern und führt uns durch den Film. Auch andere «Warriors Of Beauty» kehren regelmäßig ins Bild zurück. Fantasien und Phobien, mythische Fenster zu Welten jenseits der Ratio. Jan Fabre, einen Uhu auf der Schulter, schluckt eine mysteriöse Pille.

In seinem Schlaf krabbeln die Käfer aus dem Mund von Erna Ómarsdóttir, ein torkelnder, blutender Ritter schlägt eine Schlacht gegen einen unsichtbaren Feind, ein Gnom hetzt auf allen vieren, ein nackter «Krieger» fällt und rutscht immer wieder aus, den Körper mit Ketchup beschmiert, bis er aussieht wie enthäutet. Viele Bilder in «Les guerriers de la beauté» erinnern an Fabres «Je suis sang». Und aller Zusammenhang erschöpft sich darin, dass Figuren und Szenen aus Fabres Welt stammen.
Nein, und immer wieder nein. Pierre Coulibeuf macht keine Tanzfilme. Sagt er. Seine Werke sind abendfüllend, aber keine Spielfilme. Sie sind weder Dokumentar- noch Experimentalfilme. Nie ...

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Tanz Jahrbuch 2005
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 62
von Thomas Hahn

Vergriffen