Architektur

Aufbrechen. Sprengen. Raum zerstören, bis er passt. Die besten Architekten sind ihm gerade gut genug für großes Spektakel. Thomas Hahn unterhielt sich mit Frédéric Flamand über Spiegelräume und schräge Ebenen

Frédéric Flamand, Sie schwören auf Architekten, die Ihnen Bühnenräume entwerfen. Woher stammt Ihre Vorliebe für die Baukunst?                                                                        Meine besondere Beziehung zum Raum entstand lang, bevor ich begann, mit Architekten zu arbeiten. Wir schufen in Brüssel eine der ersten experimentellen Theaterkompanien Belgiens: Laboratoires Viscina. Wir waren Grotowski-Jünger und spielten in einem leeren Raum. Das Publikum saß an allen vier Seiten.

Es war Béjarts große Zeit in Belgien, und er sah sich mehrfach unsere Proben an. Auch Grotowski interessierte sich für diese kleine Kompanie, die aus seinem Training ein ganz anderes Resultat schuf als er. So wurden wir in den späten 1960ern in den Iran zum Schiraz-Festival eingeladen und spielten neben Brook, Wilson, Grotowski. Es folgten Tourneen, sogar quer durch die USA. So öffnete sich ein endloser Raum, ausgehend von einer Arbeit in einem Schuhkarton. Und ich entdeckte die Avantgarde. Und ich wollte weg vom Text, körperlicher arbeiten, mit Tänzern. So gründete ich Plan K. Später entdeckte ich die «Raffinerie» in Brüssel, eine verfallene Fabrik, die ich immer als eine gigantische ...

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Tanz Jahrbuch 2006
Rubrik: Schwerpunkt, Seite 20
von Thomas Hahn

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