schwarze venus

Afrikanische Künstlerinnen blicken auf ihren Körper

Spätestens seit Botticellis «Geburt der Venus» bildet der nackte weibliche Körper ein wiederkehrendes Motiv in der abendländischen Kunst. Der Grund dafür ist simpel: Als Objekt künstlerischer Inspiration galt der weibliche (anders als der männliche) unverhüllte Körper von
jeher als akzeptabel. Freilich sorgten auch im 19. Jahrhundert einige Gemälde für Skandale – jedoch nicht primär der gezeigten Nacktheit wegen, sondern weil sich die Darstellungen ihrem realen Motiv allzu naturalistisch annäherten. Man denke an die weiblichen Akte Courbets oder Manets.

Auf der Tanz- und Ballettbühne hingegen blieb der nackte Frauenkörper bis ins 20. Jahrhundert hinein Fantasie, und noch in den 1960er-Jahren erregten etwa Anna Halprins Arbeiten erheb-lichen Anstoß.

Der von seiner mythologischen Aura befreite weibliche Körper verursacht offenbar Unbehagen, und sei es nur, weil sich der Betrachter seiner eigenen Schaulust und der damit verbundenen Empfindungen bewusst wird. Dies könnte die unendliche Faszination – und die Missdeutungen – erklären, die das Phänomen der Nacktheit in den afrikanischen Kulturen während der Kolonial-Ära bei westlichen Be-trachtern auslöste. Die Ausstellung «Body Talk» im ...

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Tanz April 2015
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Pieter T‘Jonck

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