Schwanensee

Düsseldorfs Ballettchef debütiert als Erzähler und greift dafür ausgerechnet nach dem Herzstück des klassischen Repertoires. Kann das gutgehen? Und was lässt sich mit dem Museumsstück überhaupt noch anfangen?

Ein Mann, eine Frau, zwei Augenzeugen. Sie observieren aus einiger Entfernung, wie sich das Liebespaar dem Rausch der Sinne ergibt. Dabei wahren die Beobachter auch Distanz zueinander, gehören sie doch verfeindeten Parteien an. Sie ist der schwarzen Magie kundig und sinnt seit Jahr und Tag darauf, das verliebte Mädchen – die eigene Stieftochter – ins Verderben zu stürzen. Er ist der Großvater des jungen Dings und zugleich dessen Beschützer. Bislang hat er verhindern können, dass die Stiefmutter ihren mörderischen Plan durchzieht. Gegen das, was kommt, ist er nicht gewappnet.

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass Martin Schläpfer verkündete: «Schwanensee» in Vorbereitung! Dabei hatte sich der Künstlerische Direktor und Chefchoreograf des Ballett am Rhein über viele Jahre hinweg eine Art Abstinenz auferlegt: bloß keine fertigen Geschichten erzählen! Er war sich auch gar nicht sicher, ob die Welt noch ein «Dornröschen», noch eine «Giselle» oder gar einen «Schwanensee» (tanz 6/18) braucht. Nach Besichtigung dessen, was der Schweizer aus seinem Klassiker-Debüt herausgeholt hat, kann es daran nicht den allergeringsten Zweifel geben. Martin Schläpfers «Schwanensee» ist eine Offenbarung. ...

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Tanz Juli 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Dorion Weickmann