Mario Schröder: «Love Hurts … Petrushka»

Hameln: Love hurts

Tiefer kann ein Kopf nicht hängen; saft- und kraftloser können Arme kaum schlenkern. Wer der Loser ist, sieht man auf den ersten Blick. Petruschka, diese traurige Spaßmacherfigur, hat weder bei einer Ballerinapuppe noch gegen seinen Konkurrenten Mohr eine Chance. Bei Michail Fokin und Igor Strawinsky war die Sache 1911 in etwa einer knappen Stunde abgefeiert. Im wörtlichen Sinn, denn das Jahrmarktsetting machten Komponist und Choreograf zu einem Fest fürs Völk­chen.


 

Die Aktualisierung heute führt uns keine Love Parade vor, auch keine zauberpuppenirre Fantasie aus der Parallelwelt. Stattdessen bügeln das Konzept des Tanzdramaturgen und -managers Dirk Elwerts und die Choreografie des künftigen Leipziger Ballettchefs Mario Schröder die krause Geschichte zu einer niedlich «Dancical» genannten tanzstilmixenden Tournee-Inszenierung zurecht, die laut Claus Stumps Ausstattung auf einem sandigen Platz vor einem abgehalfterten Zirkus spielt. 
 

Vorn sitzt, im c­lown­mäßig karierten Anzug, der texanische Berliner Smiley Garfield als die Ruhe selbst, eindrucksvoll. Mal spricht, mal singt er von schmerzender Liebe und so. Statt aufs Theater auf dem Theater wie bei Fokin blickt man bei ihm in ...

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Tanz April 2010
Rubrik: kalender, Seite 40
von Melanie Suchy

Vergriffen