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...und andere Sommernachts-Fantasien: Wir verschenken «Le songe» von Jean-Christophe Maillot und stellen weitere DVDs vor – Leanore Friedland Ickstadt schreibt über Ausdruckstanz in den USA

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kurzfilm: graatzug

ist eine alte Walliser Sage, die von den armen Seelen sündiger Menschen erzählt. Sie müssen sich nach dem Tod in den Zug der Verdammten einreihen, den Graatzug. Zu Tausenden ziehen sie Nacht für Nacht hinauf zu den Gletschern, um in der Kälte auf immer und ewig zu verharren. So sagt man. Der Weg des Graatzugs führt durch Häuser und Gärten, über Wiesen und felsige Abhänge. Das ferne Schlagen des Werkhammers geht den Toten voraus. Ein Chor aus Jammern, Gemurmel und Wehklagen begleitet die grausige Prozession.

Seltsam schwebend, eben tanzend, ziehen die Wesen vorbei, und Gott erbarme sich ­jener, die den Weg des Zugs queren: Geschwollene Beine, Fieber und schmerzvolle Fieberblasen quälen die Unglücklichen. Erkennst du dich gar selbst am Ende des Zugs, wirst du der Nächste sein, der sich einreihen muss in den Graatzug. Aufwendig gedreht und messerscharf geschnitten haben diesen 15-minütigen Totentanzfilm die Choreografinnen Nina Stadler und Annalena Fröhlich mit ihrer siebenköpfigen Berner Kompanie deRothfils gemeinsam mit dem Regisseur Jan Mühlethaler. Premiere ist am 7. Oktober in Bern im Rahmen eines Kurzfilmfestivals; wieder zu sehen beim Festival «Heimspiel» in ...

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Tanz Oktober 2011
Rubrik: medien, Seite 54
von

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