sammlerstolz
«Peters – Tanzarchiv» steht auf dem Klingelschild – seit mehr als 40 Jahren. Seit das Ehepaar Peters in die Wohnung in dem grün-weißen Haus am Brüsseler Platz in Köln eingezogen ist. «Aber es ist schon lange nichts mehr hier», stellt Gisela Peters klar und weist mit dem ausgestreckten Arm in die Wohnung. Und die proppenvollen Regale? «Alles Bücher, die nichts mit Tanz zu tun haben.» Und die Alvin-Ailey-Figurine, die farbige Zeichnung von Slavek Muchka mit Widmung, die schönen, kleinen Tanz-Skulpturen überall? Sie lächelt.
Sympathisant der RAF?
Für ihre private Sammlung hatten Kurt und Gisela Peters eine Wohnung gegenüber an der Brüsseler Straße angemietet. Dort gingen junge Leute aus und ein. «Den Nachbarn waren wir suspekt. Sie haben uns sogar angezeigt.» In den Worten der Witwe klingt heute noch Empörung an. Es war das vom Terror geprägte Klima der 1970er, die Zeit der Roten Armee Fraktion, kurz RAF. Waren die Peters verdächtig als Sympathisanten? Tanzende Unterstützer einer terroristischen Vereinigung? «Wir waren die Leute ohne Gardinen, die mit den ungeputzten Fenstern», schmunzelt die zierliche Frau. Auf die Anzeige folgte ein Einbruch. Vier Alben mit Tanz-Briefmarken wurden ...
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Tanz August-September 2015
Rubrik: traditionen, Seite 58
von Bettina Trouwborst
tritt in der Natur immer dort auf, wo Energie nur noch in eine Richtung gebündelt wird. Bei jeder Stromleitung ist er da, der Widerstand. Er entsteht von selbst, wenn eine Regierung, sagen wir die israelische, jene Künstler verdrängen will, deren Kunst oder Anschauungen mit den ihren nicht übereinstimmen. Der bekannte Choreograf Arkadi Zaides, der sich in den...
Arkadi Zaides ist in Deutschland kein Unbekannter. Mit seinem Stück «Archive» war er im Mai bei den Potsdamer Tanztagen zu Gast, derzeit reist er damit durch halb Europa. Bei Israels rechten Aktivisten und Politikern hat «Archive» bereits 2014 für mächtig Wirbel gesorgt. Aber Zaides ist nicht allein. Für Künstler generell ist die Lage in Israel alles andere als...
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