Sacromonte

Seit zwei Jahrhunderten pilgern Flamenco-Fans zu einer der wohl malerischsten Geburtsstätten des traditionellen andalusischen Tanzes. Wie die Felshöhlen des «Heiligen Berges» vor den Toren Granadas zur Wiege des Flamenco wurden.

Zu Füßen der Sierra Nevada liegt Granada, eine geschichtsträchtige und imposante Stadt, die allerorten die maurische Vergangenheit Spaniens ins Gedächtnis ruft. Mit dem Fall des Emirats von Granada im Jahr 1492 gelang den katholischen Monarchen Ferdinand II. von Aragon und Isabella I. von Kastilien die vollständige Reconquista (also Rückeroberung) Spaniens und damit die Vereinigung des Landes -unter dem Banner des Christentums.

Wenngleich alle nicht-christlichen -religiösen und kulturellen Strömungen fortan in den Untergrund gezwungen wurden, überlebten doch bedeutende Relikte aus Granadas maurischer Zeit: die Alhambra etwa, jene berühmte Stadtburg auf dem Sabikah-Hügel, oder die weißgetünchte maurische Siedlung des Albaicín, ein labyrinthisches Viertel mit halsbrecherisch steilen Kopfsteinpflasterstraßen, die den Sabikah-Hügel mit dem San-Cristobal-Hügel verbinden. Durch die Jahrhunderte entwickelte sich der Streifen Land zwischen den beiden benachbarten Erhebungen zu einem Schmelztiegel, in dem Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Ethnien zum Entstehen eines absolut einzigartigen kulturellen Gepräges beitrugen, das nachhaltige Auswirkungen auf die andalusische und ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Traditionen, Seite 54
von Justine Bayod Espoz

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