revolution!
Kuratoren, Galeristen, Kunstprofessoren winken routiniert ab, sobald jemand mit der Frage aufschlägt: Wo bitte geht‘s zur Avantgarde? Selbst Originalität gilt heute als problematisches Unterfangen, war doch … alles schon mal da. Tanzkreative hören über ihr eigenes Schaffen denn auch häufig nichts lieber als: «Das sieht nach Billy aus.
» Was so viel bedeutet wie: Du bist ein cleverer Kopist unseres erlauchten Revoluzzer-Königs, des fabelhaften William Forsythe!
In der Tat hat seit Forsythes serieller Ballett-Dekonstruktion eigentlich niemand mehr radikal Bahnbrechendes zustande gebracht. Der Amerikaner steht recht einsam auf dem Fortschrittspodest des ausgehenden 20. Jahrhunderts – an dessen Anfang Serge Diaghilew, der Impresario der Ballets russes, gewissermaßen im Alleingang den Weg in die Moderne ebnete. Wird jedenfalls immer behauptet. Aber stimmt es auch?
Eine Ausstellung im Victoria and Albert Museum in London, das eine riesige historische Kostümsammlung besitzt und daraus bereits das Ballets-russes-Zentenar 2010 glamourös bestückte, schickt sich derzeit an, die Legende ein Stück weit zu entzaubern. Demnach reiht sich Diaghilews Versuch, Tanz, Musik und Dekor zum ...
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Tanz November 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Dorion Weickmann
_____deutschland
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Don Juan kann nicht anders. Wo immer er steht und geht, wird er befingert und befummelt – warum sollte er da nicht mal zugreifen? Samuel Déniz Falcón tut dies in Fernando Melos Luzerner «Don Juan» ein paarmal, obwohl er weniger Draufgänger als Drauf-Gestoßener ist. Verführen, ja, das will er und das kann er. Die eigentliche Sache dagegen scheint ihn nur vage zu...
selbstbild_________
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