Nussknacker, leichtfüssig gemacht

Der Mausekönig Napoleon wird vom Leipziger Nussknacker in die Flucht geschlagen – durch den Pantoffelwurf eines beherzten sächsischen Mädchens namens Klara. Wie Paul Chalmer in Leipzig das weihnachtlichste aller Ballette in Szene setzt.

Über «Schwanensee» kann man 52 Wochen im Jahr reden, auch im Sommer. Der «Nussknacker» dagegen ist ein seasonal ballet. Dazu hat ihn die angelsächsische Nachkriegszeit erzogen. Großbritannien liebt es, weil Weihnachtspantomimen dort Tradition sind. Der «Nussknacker» ist ein patriotischer Immigrant. Seit George Balanchine 1944 die Kampfszenen mit der amerikanischen Flagge ausstattete, trat das Ballett seinen Siegeszug bis in die letzten Kleinstädte der Vereinigten Staaten an. Neueste Fortsetzung: Zum Adventsbeginn bringt ihn ein Kanadier nach Leipzig.

Planungs-Hauptquartier: die Ballettleitung

Wenn Ballettdirektor Paul Chalmer seine beiden Dackel schlafend unter dem Schreibtisch in seinem Büro zurücklässt und in den Uwe-Scholz-Saal zum Proben geht, hängt an seiner Tür ein Schild: «Gone dancing». Auf dem Weg kommt er durch das Büro, das seine Referentin Editha Majer mit der Sekretärin Mara Rupprecht teilt. Hier wird jedes Planungsdetail diskutiert und dafür gesorgt, dass ­Spitzenschuhe und Physiotherapeuten, Aufent­halts­genehmigungen und Gastlehrer vorhanden sind. Geht es um Geld oder Verträge, kommt der Texaner Matthew Bledsoe hinzu, ein ehemaliger Stuttgarter und Zürcher Tänzer, ...

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Tanz Dezember 2007
Rubrik: Report, Seite 4
von Wiebke Hüster

Vergriffen