Reine Poesie
Starfotograf Julien Benhamou lässt den Mythos des Balletts wieder aufleben, in Bildern, die man nur geträumt zu haben glaubt. Stars des Pariser Opernballetts von Léonore Baulac bis François Alu, von Marie-Agnès Gillot bis Hugo Marchand standen Modell für Benhamous «La Poésie du Mouvement». Jedes Bild ist ein Porträt, jedes könnte als Gemälde im Louvre hängen. Benhamous Kamera kann Chiaroscuro, kann Barock, Rokoko, Romantik und Erotik, sieht den Körper mal wie eine Skulptur von Rodin, mal wie ein Objekt von Helmut Newton.
Als offizieller Opernfotograf hat Benhamou Zugang zu allen Räumlichkeiten der Pariser Musiktempel, von der zentralen Marmortreppe bis zu den Requisitenlagern.
Nicht alle seine Models kommen von der Opéra, doch alle sind Stars auf ihre Art. Benhamou lässt sie mit ihrer Umgebung, mit einem Stil, mit Natur, Architektur verschmelzen – oder mit Stoffen. Durch Perfektion bis ins letzte Detail überhöht der Fotograf den stilistischen Pleonasmus aus Körper, Kostüm und Dekorum, bis daraus eine Lektion in Bildender Kunst wird. Er sucht aber auch das Überraschungsmoment eines unerwarteten Kon-trasts und findet dabei zu stilistischer Erfüllung. «La Poésie du Mouvement» ist ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Januar 2019
Rubrik: Bewegung, Seite 6
von
1924. Oskar Schlemmer träumt von einer «absoluten Schaubühne», sein Kollege László Moholy-Nagy von einem «Theater der Totalität». Starke Begriffe, die zwei Bauhaus-Lehrer nutzen. Sie wollen nicht länger bedauernswerte Individuen in angestrengtem Realismus auf der Bühne ansehen. Es solle ein Theater her, in dem der Mensch «als ‹der vollkommene Mechanist› am...
«Fúria» heißt Ihr neues Stück, Lia Rodrigues. Es ist kein direkter Kommentar zur politischen Situation in Brasilien nach der Wahl des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro zum Präsidenten. Aber was bedeutet dieser Wahlsieg für die Künstler in Brasilien und für die Favelas wie Maré in Rio de Janeiro, wo sich Ihr choreografisches Ausbildungszentrum befindet?
Die Situation...
Max Pechstein, bedeutender Vertreter des Expressionismus, wurde 1881 in Zwickau geboren, er starb 1955 in Berlin. Die Kunstsammlungen der Stadt Zwickau verfügen über die größte Sammlung seiner Werke. Wie für viele Künstler des Expressionismus waren auch für ihn die Aufbrüche der Tanzmoderne und die überschäumende Wildheit des frühen Jazz wichtig. Unter dem Titel...
