Reid Anderson

Aufräumen, Abschiednehmen, Abgeben – jedenfalls die Bürde der Verantwortung. Mögen andere mit solchen Augenblicken hadern, er tut es nicht. Ein Meister des Loslassens

Noch hat der Ballettintendant sein Büro nicht geräumt. Seine Bücher überlässt Reid Anderson der John Cranko Schule. Auch einige der Bilder an den Wänden, so die Zeichnung von Lude Döring zu seiner Linken. Ebenso eine Büste von Márcia Haydée, einst gestaltet von Eva Zippel. Und die Collage von Jewgenij Ruchin stärkt ihm gewissermaßen den Rücken: Cranko hat die Arbeit des «russischen Nonkonformisten» einst aus der damaligen Sowjetunion herausgeschmuggelt. Was mit seinem Schreibtisch geschieht, muss der Nachfolger entscheiden.

Das Möbel hat weder Ecken noch Kanten und entspricht so gar nicht dem äußeren Image eines Intendanten, der seinen Abschied mit bemerkenswerter Gelassenheit vorbereitet. Reid Anderson hat Zeit. Genug Zeit für ein Interview.

Sie werden im nächsten Jahr 70, wurden wie viele ehemalige Balletttänzer an beiden Hüften operiert und wirken trotzdem so fit, dass man nicht unbedingt versteht, warum Sie als Intendant des Stuttgarter Balletts nicht weitermachen möchten. Wie schaffen Sie das?
Rad fahren. Eine Stunde lang, ab fünf Uhr morgens. Jeden Tag. Ich habe ein stationäres Bike bei mir zu Hause. Auch unterwegs steige ich nur in Hotels ab, die über einen Fitness-Raum ...

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Tanz Juli 2018
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Hartmut Regitz