Reiche Appetithappen
Die Vermutung, dass der Titel des Stücks auch die Länge der Aufführung angebe, ist nicht falsch. Kevin O‘Days Choreografie dauert exakt so lang wie Steve Reichs Komposition «Music for 18 Musicians»: 70 Minuten. Solche Titelgebung gab es schon bei Cage und Jirí Kyliáns Einakter «27’52’’».
O‘Day versucht damit, wie er im Programmheft schreibt, die Frage «Wie gehen wir mit der Unendlichkeit um?» durch tänzerische Strukturen fassbar zu machen.
Doch um Gefallen an seiner Choreografie zu finden, muss sich der Zuschauer weder mit tiefschürfenden philosophischen Problemen herumschlagen, noch die Frage stellen, ob – was wir bezweifeln – der Tanz das richtige Medium für die Beantwortung solcher Fragen ist. Es reicht, dass sich der Zuschauer auf O’Days Kaleidoskop fantasievoller Tänze einlässt. Und sieht, wie sich aus einem lockeren Frauen-Quintett und einem Männer-Solo ein geheimnisvoll buntes Treiben entwickelt. Stellt fest, dass das Stück nach schönem Beginn ein wenig durchhängt, und fühlt sich in eine Art magische Trance versetzt, sobald man den eigenen Atem dem Pulsschlag anpasst, den Reichs vom Tonband kommende, stark oszillierende Musik und die ihren Rhythmus aufnehmenden Tänze ...
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He is wearing just sneakers, a wig and a hat. So revealing is this tour de force solo that by the end, he may as well have stripped off his skin too. In this nearly nude state, to blasting pop music, Gutierrez proceeds to haul onstage and hook up a TV, VCR, and sound box. (Just the fact that he does this quickly in full view of a rapt audience is pretty impressive...
