Replay. Reenact

Wie kann man vergangene Tanzereignisse wiederholen? Eine Begriffsbestimmung der Tanzwissenschaftlerin

Nicht zuletzt angeregt durch den Tanzfonds Erbe beschäftigt sich eine zunehmende Zahl von Choreografen mit der Wieder-Holung vergangener Tanzereignisse. Dabei tritt neben der Diskrepanz zwischen Aufführung und nachgelassenen, oft unbefriedigend unvollständigen Aufzeichnungsmaterialien die Frage, über welches Verfahren sich dem Gewesenen denn anzunähern sei.

Mit den Bezeichnungen «Referenz», «Re-enactment», «Re-Konstruktion», «Re-play»,
«Re-staging», «Re-animation» und «Re-Inszenieren» bringt die Tanzwissenschaftlerin
Krassimira Kruschkova gleich einen ganzen Strauß von Begrifflichkeiten ins Spiel, die sämtlich um die Frage der «kritischen Aneignung» und «Erschütterung» eines sich entziehenden «Originals» kreisen. Dabei ist durchaus zu fragen, um welches Original es sich jeweils handeln könnte, ist doch das Ereignis selbst entzogen und zumeist nur noch in seinen medialen Transfers oder der mündlichen Übermittlung von Zeitzeugen zu fassen. So entzünden sich an eben jener Problematik des Verhältnisses zum «Original» die Debatten um die Begriffe und deren Gebrauch.

__________original

In den akademischen wie auch den künstlerischen Diskursen schwanken die Meinungen beträchtlich. Die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2014
Rubrik: re:, Seite 42
von Susanne Foellmer