Rami Be’er
Die tödlichen Krater neben dem Haus des Choreografen sind längst wieder zugeschüttet, und nichts erinnert daran, dass hier vor kaum einem Jahr libanesische Raketen einschlugen. Wenn Rami Be’er durch die grüne, nach Blumen und leichtem Moder duftende Stille des Kibbutz Ga’aton zu dem abgenutzten Trainingssaal geht, geht er wie durch ein Ferienidyll, ein Künstlerparadies, eine Zuflucht vorm Lärm der Gegenwart. Es ist aber das ständig von Zerstörung bedrohte Zuhause eines Tanzensembles, das auf allen Kontinenten gefeiert wird, und doch immer wieder nach Israel zurückkehrt.
«Wir leisten unseren bescheidenen Beitrag, die Welt ein bisschen schöner zu machen», sagt Rami Be’er, der die berühmte Kibbutz Contemporary Dance Company leitet, auf dem Berg Ga’aton, acht Kilometer südlich der Grenze zum Libanon, «man muss das Wagnis des Friedens eingehen.» Eine Flucht aus der lieblichen Hügellandschaft Galiläas erschiene dem sanften Mann wohl wie eine Kapitulation vor der gewaltsamen Wirklichkeit der Zweiten Intifada, ein Verrat auch an den Friedenshoffnungen seiner Eltern, die vor 60 Jahren aus Europa hierherkamen, um sich ein neues Zuhause zu schaffen. Der Vater, ein Architekt, entwarf viele der ...
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