Ralf Dörnen: "Endstation Sehnsucht"
Wenn John Cranko noch am Leben wäre, gäbe es vielleicht einen anderen «Othello» für das Stuttgarter Ballett als den, den John Neumeier ursprünglich für Hamburg schuf. 1973 ging ihm Shakes-peare nicht aus dem Kopf, auch die Musik für das abendfüllende Ballett war schon gefunden: Mehrere Stücke Andrzej Panufniks sollten es sein, dessen Kompositionen drei Jahre zuvor in Stuttgart dem «Fräulein Julie» von Kenneth MacMillan auf die Bühne halfen – ein durchaus diskussionswürdiges Ballett, das rehabilitiert gehört.
Andrzej Panufnik ist nicht irgendwer.
Kurz vor seinem Tod 1991 erhielt der Wahl-Brite aus Warschau seinen englischen Ritterschlag; kurz danach wurde ihm auf Betreiben von Präsident Lech Walesa die polnische Ritterwürde verliehen. Umso überraschender, wie wenig das Publikum seine Werke noch kennt, obwohl sein Name durch den seiner komponierenden Tochter Roxanne nie wirklich in Vergessenheit geriet. An solch mangelnder Wertschätzung könnte sich jetzt aber etwas ändern, dank einer «Endstation Sehnsucht», der Ralf Dörnen am BallettVorpommern gleich vier Kompositionen Panufniks unterlegt: «Landscape», «Sinfonie Rustica», die «Sinfonie Elegiaca» und jene «Sinfonia Sacra», die Cranko ...
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Auf ihn wartet man, man macht ihm die Aufwartung: einem Rentner. Er kümmerte sich bis 2005 um die Tänzer bei der Zentralen Bühnen-, Fernseh- und Filmvermittlung. Zuvor gab er den zweiten Vorsitzenden im Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik, 1977-94. Der Schlachtruf, kein Tänzer muss aufhören zu tanzen, wenn er nichts Besseres zu tun hat, kommt auch bei ihm...
