Ralf Dörnen: "Endstation Sehnsucht"

Stralsund

Tanz - Logo

Wenn John Cranko noch am Leben wäre, gäbe es vielleicht einen anderen «Othello»  für das Stuttgarter Ballett als den, den John Neumeier ursprünglich für Hamburg schuf. 1973 ging ihm Shakes-peare nicht aus dem Kopf, auch die Musik für das abendfüllende Ballett war schon gefunden: Mehrere Stücke Andrzej Panufniks sollten es sein, dessen Kompositionen drei Jahre zuvor in Stuttgart dem «Fräulein Julie» von Kenneth MacMillan auf die Bühne halfen – ein durchaus diskussionswürdiges Ballett, das rehabilitiert gehört.
Andrzej Panufnik ist nicht irgendwer.

Kurz vor seinem Tod 1991 erhielt der Wahl-Brite aus Warschau seinen englischen Ritterschlag; kurz danach wurde ihm auf Betreiben von Präsident Lech Walesa die polnische Ritterwürde verliehen. Umso überraschender, wie wenig das Publikum seine Werke noch kennt, obwohl sein Name durch den seiner komponierenden Tochter Roxanne nie wirklich in Vergessenheit geriet. An solch mangelnder Wertschätzung könnte sich jetzt aber ­etwas ändern, dank einer «Endstation Sehnsucht», der Ralf Dörnen am BallettVorpommern gleich vier Kompositionen Panufniks unterlegt: «Landscape», «Sinfonie Rustica», die «Sinfonie Elegiaca» und jene «Sinfonia Sacra», die Cranko ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2009
Rubrik: Der Kalender, Seite 42
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Jenseits

Heiner Müller, größter aller DDR-Dramatiker, ließ in seinem gewaltigen Textopus «Anatomie Titus Fall of Rome» – eine Überschreibung von Shakespeares Blut- und Rachedrama «Titus Andronicus» – das Volk im Vorhof des Palastes tanzen. Und schrieb dazu Sätze in bombastischen Lettern wie:
«AUS IHREN NETZEN SCHAUN DIE SPINNEN ZU EIN WENIG TANZEND IN DEM WELLENGANG MIT DEM...

Tanzen wie die Neuronen

Wolf Singer,
erzählt Ihnen William Forsythes Choreografie etwas über die Struktur unseres Wahrnehmens und Denkens? Ich denke schon. Charakteristisch ist in all seinen Inszenierungen die Parallelität der Ereignisse. Es passiert immer an vielen Orten gleichzeitig etwas, das sich selbst organisiert. Wenn man das Netzwerk der Bezüge anschaut – dazu braucht man...

Highlights

Auf den Gletscher

geht’s alle Jahre wieder am 24. April. Dann bringt Hubert Lepka mit seiner Kompanie Lawine Torrèn elefantöse Pistenbullys und Hubschrauber ins österreichische Sölden, damit Hannibal es noch einmal wagen darf, die Ötztaler Alpen am Rettenbachgletscher mit 60 000 Mann zu überqueren. Das Spektakel für über tausend Zuschauer in der Kälte ist...