Putin tanzt mit
«Career over», twitterte der britische Choreograf Matthew Bourne lakonisch angesichts der Nachricht, dass der Startänzer Sergei Polunin ein neues --Tattoo hat. In der Tat kann man sich nur schwer vorstellen, wie Spartacus oder Graf Albrecht mit dem Antlitz des russischen Staatspräsidenten auf der Brust über die Bühne springen. Tätowiert war Polunin schon lange, die zum Teil recht martialischen Bilder auf seinem edlen Tänzerkörper tragen ganz entschieden zu seinem Image als «Bad Boy of Ballet» bei.
Neben dem Antlitz seines Münchner Mentors Igor Zelensky prangt dort etwa der böse Joker aus «Batman», quer über die Brust zieht sich ein -«Tiger Scratch», eine angeblich selbst beigebrachte Skarifizierung in Form eines Krallenhiebs. Das Putin-Tattoo sitzt nun mitten im Ausschnitt und dürfte selbst bei guter Abdeckung mit Make-up irgendwann durchscheinen, zumal Polunin viel zu selten auf der Bühne steht und ihm die großen Rollen trotz seiner immer noch jungen 29 Jahre reichlich Schweiß abver-langen.
Die Hollywood-Karriere des Royal-Ballet-Flüchtlings kommt tatsächlich voran, allerdings bleiben die Auftritte noch recht kurz, zuletzt im Agententhriller «Red Sparrow» als Ballettpartner von ...
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Tanz Januar 2019
Rubrik: Side Step, Seite 22
von Angela Reinhardt
Die Wiedervereinigung hat einst als «Zonenrandgebiete» ausgewiesene Landschaften in die Mitte Deutschlands gerückt. Zum Beispiel Teile der hessischen Rhön, die nach dem Mauerfall von Kunst- und Kulturinteressierten neu entdeckt wurden. Nicht nur der Barock, auch die Moderne der Zwischenkriegszeit hat hier Spuren hinterlassen. Etwa Loheland, östlich von Fulda...
Das kann ja heiter werden. Bevor die Vorstellung richtig beginnt, treten die zwanzig Tänzer und Tänzerinnen vor den Vorhang und stellen der Reihe nach ihre persönliche Beziehung nicht nur zu dieser «Romeo und Julia»-Produktion her. Noch scheinen alle nackt; die fleischfarbenen Bodys lassen allerdings manchen Muskel, aber auch Geschlechtsteile monströs hervortreten....
Shell Shock
nannten die Alliierten die posttraumatischen Belastungsstörungen ihrer Rekruten. Im deutschsprachigen Raum kennt man sie unter dem Begriff «Kriegszittern». Wirklich erklärt, geschweige denn geheilt worden ist die «Schüttelneurose» nie – auch das ein Grund für den belgischen Komponisten Nicholas Lens, sich genau hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten...
