unitxt

«Wenn/dann» – nach dieser nur scheinbar simplen Methode funktionieren Richard Siegals hochdynamische Choreografien. Dem Bayerischen Staatsballett und der GöteborgsOperans Danskompani hat er gerade Überraschungserfolge beschert

Der Amerikaner ist ein Mann des klaren Denkens und der extremen Form. Mal sieht man ihn im Dunkel kaum tanzen und hört ihn dafür amerikanische Poems singen, wie in seinem jüngsten Solo «Black Swan». Mal akzentuiert Richard Siegal das Setting überscharf, wie in seiner neuesten Kreation für das Bayerische Staatsballett: monochromer industrieller Chic, dazu der passende Sound aus akustischen Patterns, rhythmischen Gittern, gesprochenen Wörtern, Ziffern, dem Piepsen elektronischer Signale. Das schichtet sich zu einer Komposition von vorwärtstreibendem Drive.

Die Tonspur stammt von einem Werk des Künstlers Carsten Nicolai, das der Choreografie den Namen gab: «Unitxt». Und schon ist der erste Tänzer da, geht in die Mitte der Bühne und beginnt mit einem trockenen «Step Touch». Das groovt. Tänzerinnen in schwarzen Korsagen und Tänzer in dunklen Hosen und semitransparenten, schlammfarbenen Shirts kommen auf streng abgezirkelten Wegen, schnellen Schritts hinzu, wippen in den Knien und nicken mit dem Kopf. Ein Aggregat als Chorus Line, die sich energetisch auflädt, um eine Unmenge von Energie zu verbrauchen und neue zu generieren.

Die Tänzerinnen rammen ihre Spitzenschuhe in ...

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Tanz Januar 2014
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Katja Schneider