reifeprüfung

Die Theater machen Ferien – aber im Kino läuft der Tanz zu großer Form auf. «First Position» und «Die mit dem Bauch tanzen»: Zwei Filme beobachten Menschen bei der Erfüllung ihrer Lebensträume

Bis vor ein paar Jahren gab es, mal ganz grundsätzlich gesehen, zwei Sorten von Müttern: die Glucken und die Paradiesvögel. Mittlerweile sind die Business-Moms hinzugekommen, deren Aufkreuzen für den Tanz jedoch relativ folgenlos blieb. Denn die Escada-Amazonen lassen ihren Nachwuchs von Oma, Nanny oder Aupair zum Ballett chauffieren, und für sich selbst heuern sie einen Personal Trainer an, der ihnen zwar jede Menge Pilates, aber nur ausnahmsweise Pirouetten beibringt.

Das Heer der Supermarktkassiererinnen, Müllsortierinnen und Hartz-4- Empfängerinnen wiederum wartet, soweit es die E-Kultur betrifft, unverändert auf die Einlösung jenes Inklusionsversprechens, das die Politik gebetsmühlenartig ablegt. Weshalb ihre Kids mit kreativem Kindertanz, gar den höheren Weihen des Balletts, nur in den seltensten Fällen Bekanntschaft machen. Und die Väter? Hatten mit Spagat in der Regel noch nie viel am Hut.

Alle Macht dem Matriarchat

Die Mittelschicht-Mütter sind der Schlüssel zum Tanz. Genau das ist die Botschaft, die zwei Kinofilme dieser Tage unisono überbringen, auch wenn sie sonst nicht viel gemeinsam haben. «Die mit dem Bauch tanzen» und «First Position» handeln zwar jeweils von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2013
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann