Nicht Asche anbeten

Kulturauftrag adieu: Die Fernsehanstalten haben Tanz nicht mehr auf dem Schirm. Wie Annette von Wangenheim ihren Film trotzdem durchgeboxt hat, fragt Bettina Trouwborst

Annette von Wangenheim, «Feuer bewahren – nicht Asche anbeten», Ihr Filmporträt von Martin Schläpfer, besticht durch einen Fluss ästhetischer, ruhiger Bilder. War das Herstellen auch so ein entspannter Hochgenuss?
Es war ein komplexes Projekt über vier Jahre. So einen Marathon durchzuhalten, bedeutet immer extreme Anstrengungen. Aber die Zusammenarbeit mit Schläpfer, ja, sie war grandios – künstlerisch und menschlich. Er hat seine Tanzwelt vor uns ausgebreitet, und die ist ja auch ästhetisch und ruhig.

Natürlich nicht nur, in seinen Balletten gibt es genauso explosive Energie, Brüche und Tiefen. Hierfür wollte ich eine adäquate filmische Form finden, denn gerade bei einem Porträt sucht man ja die Einheit von Form und Inhalt.

Sie halten sich im Film vollkommen zurück, überlassen Martin Schläpfer das Wort. Warum haben Sie dieses Konzept?
Das ist ein klar dokumentarischer Ansatz. Wenn ich in ein Kammerkonzert gehe, klage ich auch nicht darüber, dass das große Orchester fehlt. Wirklich dokumentarisch arbeiten heißt, dass kein Kommentar draufgelegt wird und die Protagonisten selbst erzählen, was sie denken und empfinden. Und er hat ja auch so viel Wichtiges zu sagen.

War der Verzicht auf ...

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Tanz Januar 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Bettina Trouwborst