marco spada

Eine gigantische Räuberpistole im Bolshoi? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Denn das wiederbelebte Grand Ballet hat Pierre Lacotte einst schon für Rudolf Nurejew ausgegraben

Ein grandioser Ball auf der Bolshoi-Bühne – zu Ehren eines Kriminellen? Irgendwie schien diese Premiere zu dem zu passen, was sich ein paar Straßenzüge weiter abspielte, wo der Prozess um das Säure-Attentat auf Sergei Filin zeitgleich in die letzte Runde ging und ein recht ungünstiges Licht auf das warf, was sich hinter den Bolshoi-Kulissen abspielt (s. S. 29). Doch auf der Bühne drehte sich alles um einen romantischen italienischen Räuber, Marco Spada – nicht sehr vornehm in seinen Taten, aber immerhin ein liebender Vater.

Im imposantesten Balletttheater der Welt schenkte ihm der französische Choreograf Pierre Lacotte neues Leben. Freilich kam der Balletträuber eben auch dank einer Einladung Sergei Filins zu Ehren!

Der Kompaniedirektor suchte fürs Repertoire nach einem Paradeballett, wie es genretypisch eben nur das 19. Jahrhundert hervorgebracht hat. Also wandte er sich an den passioniertesten Kenner dieser Epoche, an Pierre Lacotte. Seine Ballett-Nachschöpfung «Die Tochter des Pharao» läuft erfolgreich seit mehr als zehn Jahren am Bolshoi, nun schlug Lacotte selbst vor, «Marco Spada» – mit der Musik von Daniel-François-Esprit Auber – zu inszenieren. Uraufgeführt ...

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Tanz Januar 2014
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Violeta Mainiece