exhibit b

Diesen Blicken hält niemand stand. Brett Bailey klagt in einem stummen Verfahren gegen den europäischen Kolonialismus

Das Stück ist ein echter Augenöffner, mehr noch: ein besonders bedeutungsvoller Festival-Opener. Brett Baileys «Exhibit B» machte nicht nur den Anfang beim jüngsten «Kuns-tenfestivaldesarts» in Brüssel, es eröffnet auch das neue Festival «Foreign Affairs» bei den Berliner Festspielen unter Leitung von Frie Leysen. Bedeutungsvoll ist etwas immer dann, wenn es dem Publikum im Gedächtnis haften bleibt. Hier ist es die europäische koloniale Vergangenheit, die sich zu wiederholen scheint, sobald es heute um sogenannte «illegale» Einwanderer aus dem Süden geht.

Bailey meint: Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Kolonialismus von gestern und der Behandlung afrikanischer Flüchtlinge in der Gegenwart.

Seine Kompanie Third World Bunfight aus Südafrika findet ihr Thema in zahlreichen
Installationen, Opern, Performances, die an speziellen Orten stattfinden, um, so die Hoffnung, Leute «zu animieren, damit sie unhaltbare Zustände aufbrechen, die Marginalisierten integrieren und so die Menschen ändern und heilen». «Exhibit B» gelingt von alledem nichts. Es ist eine Anklage von erschreckenden Dimensionen.

Unerwünscht im kalten Kirchenschiff
Baileys Ortswahl für «Exhibit B» fiel in Brüssel auf ...

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Tanz August 2012
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Pieter T'Jonck