badke

Es ist nur ein kleiner Buchstabendreher. Dabke heißt der mediterrane Volkstanz, den die Palästinenser lieben. Die belgische Kompanie les ballets C de la B zeigt ihnen, wie man daraus eine Waffe schnitzt

Es hört sich an wie ein Pfeifen im Dunkeln. Im matten Schein auf leerer Bühne steht ein Trinkwasserspender. Hände klopfen auf die Gallone, als sei sie eine afrikanische Trommel. Das ängstliche Flöten, das nervöse Schlagen zwingt die Körper in Bewegung. Ein Gellen und spitzes Schreien entfährt den Körpern, sie beginnen einen entschlossenen Wechselgesang, es folgen Kommandos, die den Schritt diktieren. Vielleicht ist er so mal entstanden, dieser Tanz in der Nacht, mit Furcht in der Stimme und beruhigt vom Rhythmus strenger Schläge.

Zehn Tänzer aus Ramallah tauchen ein in die archaische Geburt einer schweißtreibend kollektiven Verausgabung: Dabke nennt sich der Tanz.

Einäugige Ambition

Die zehn kommen aus Palästina. Sie leben hinter einer «Mauer der Schande», wie die belgische Kompanie les ballets C de la B das über 800 Kilometer lange israelische Bollwerk gegen Gaza und Westjordanland nennt. Seit 2003 sind beide Landstriche von hohen Betonwänden und Stacheldraht umgeben. Schon zwei Jahre vor dem Mauerbau gab es die strikt parteiische Losung von Alain Platel und seiner weltbekannten Kompanie aus Gent. Seit seinem ersten Tanzworkshop in Ramallah geht es dem Choreografen immer ...

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Tanz November 2013
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Arnd Wesemann